Innsbruck (OTS) – Zunehmende Wetterextreme und auftauender Permafrost
setzen den
alpinen Wegen in Österreich immer stärker zu und stellen den
Alpenverein vor enorme Herausforderungen. Erstmals gab es heuer
Unterstützung aus den Niederlanden: Über den Niederländischen Kletter
– und Bergsportverein (NKBV) reisten Ehrenamtliche nach Österreich,
um gemeinsam mit heimischen Alpenvereinssektionen in der Steiermark,
Kärnten, Oberösterreich, Salzburg und Tirol Wege zu sanieren. Der
Alpenverein erhofft sich davon eine Signalwirkung, um auch
hierzulande wieder mehr Menschen für die wichtige Aufgabe als
Wegewarte zu gewinnen. Denn neue Ehrenamtliche zu finden, wird
zunehmend schwieriger.
Umfangreiches Pressematerial: Text, Fotos, Audiodateien und
Zitate aus fünf Bundesländern auf der Presseseite des
Österreichischen Alpenvereins:
https://www.alpenverein.at/portal/service/presse/2025/2025_08_28_Nie-
derlande.php
Die Initiative ist für den Österreichischen Alpenverein ein
schönes Zeichen der Solidarität: Erstmals erhielt der Alpenverein in
diesem Sommer tatkräftige Unterstützung aus den Niederlanden.
Gemeinsam mit heimischen Sektionen packten niederländische
Ehrenamtliche je eine Woche lang bei der Instandhaltung alpiner Wege
an. Organisiert wurden die Ehrenamtlichen vom Niederländischen
Kletter- und Bergsportverein (NKBV), der sich aktiv einbringen und
einen Beitrag in Österreich leisten wollte.
„Das Projekt war eine Win-Win-Situation: Ehrenamtliche aus den
Niederlanden lernten die Wegeinstandhaltung kennen, sammelten
wertvolle Erfahrungen und verbrachten eine schöne und bereichernde
Zeit in Österreich. Gleichzeitig ist für den Alpenverein jede
helfende Hand sehr willkommen“, erklärt Marco Gabl,
Projektverantwortlicher im Alpenverein . Der Aspekt des voneinander
Lernens und des Erfahrungsaustausches war laut Gabl dabei besonders
wichtig.
Zwtl.: Wunsch aus den Niederlanden, „etwas zurückzugeben“
„Wir wissen, dass es immer schwieriger wird, Wege instand zu
halten. Deshalb wollten wir bei der Wegearbeit mit anpacken und den
Österreichischen Alpenverein unterstützen. Gleichzeitig war es unser
Wunsch, etwas zurückzugeben, schließlich nutzen wir diese Wege auch”,
erläutert Tim van der Linden vom NKBV , der selbst eine Woche lang
bei der Wegearbeit mitgeholfen hat. Und weiter: „Für uns war es
erstaunlich, wie viel Arbeit in den Wegen steckt und wie viel Aufwand
tatsächlich nötig ist, um die Wege zu erhalten. Oft nimmt man das als
selbstverständlich hin.“
Insgesamt fünf Teams mit jeweils vier bis zehn Ehrenamtlichen aus den
Niederlanden arbeiteten jeweils eine Woche lang Seite an Seite mit
Verantwortlichen der Alpenvereinssektionen. Mit dabei waren Sektionen
aus der Steiermark, Kärnten, Oberösterreich, Salzburg und Tirol: Der
Alpenverein Graz, Obergailtal-Lesachtal, Steyr, Lungau und der
Alpenverein Hall in Tirol.
Zwtl.: Klimawandel und Ehrenamt als Herausforderung
Ein Ziel des Projekts war es, den Ehrenamtlichen die Folgen des
Klimawandels unmittelbar erlebbar zu machen. Denn zunehmende
Wetterextreme und auftauender Permafrost erschweren die Wegearbeit
massiv – immer öfter ist nicht mehr eine Sanierung, sondern nur eine
Verlegung der Wege die sinnvollste Lösung. Gleichzeitig macht sich
auch der Rückgang des Ehrenamts bemerkbar: Immer weniger Menschen
übernehmen langfristig Verantwortung in der Wegearbeit. Der
Alpenverein sieht die Gründe unter anderem darin, dass die Wegearbeit
körperlich fordernd ist und die Bindungsbereitschaft abnimmt.
Gerade deshalb sind Projekte wie jenes mit dem NKBV besonders
wertvoll. Das grundlegende Problem, dass immer weniger Menschen in
Österreich dauerhaft die Verantwortung als Wegewarte übernehmen, wird
laut Alpenverein durch solche Projekte aber nicht gelöst. Die
Einsätze aus den Niederlanden sind punktuelle Hilfe. Umso wichtiger
ist laut Alpenverein die Signalwirkung des Projekts, die zeigt, wie
wichtig und bereichernd ehrenamtliches Engagement in der Wegearbeit
ist. Der Alpenverein wünscht sich, dass möglichst viele Menschen von
diesem Projekt erfahren und dadurch motiviert werden, sich zu
beteiligen. Erfreulich: Aufgrund der erfolgreichen Premiere soll das
Projekt im kommenden Jahr fortgeführt werden.