Wien (OTS) – Die Arbeitslosigkeit liegt Ende September um +19.450
(+7,0% auf
299.180) über dem Wert von 2024. Die Register-Arbeitslosenquote
beträgt 7,0% (+0,4 Prozentpunkte gegenüber September 2024). Im
Gegensatz dazu wächst die Beschäftigung gegenüber dem Vorjahr aber
wieder leicht (geschätzt +2.000 Beschäftigungsverhältnisse).

Der Zuwachs an Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmenden
gegenüber dem Vorjahr bleibt über die letzten Monate weitgehend
stabil und verbessert sich auch im September nicht signifikant. Die
Zahl der Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmenden erreicht im
September 2025 den Gesamtwert von rund von 375.120 (+20.455 oder +5,8
% gg dem Vorjahr).

Ein positiver Trend ist bei den Beschäftigten 55+ zu verzeichnen:
Immer mehr Menschen über 55 Jahre stehen in Beschäftigung. Besonders
stark wächst die Erwerbsbeteiligung der 60- bis 64-Jährigen.

Die Arbeitslosigkeit von Frauen erhöht sich im September mit +8,8
%, während bei den Männern ein Anstieg von +5,4% zu verzeichnen ist.

Die Jugendarbeitslosigkeit erhöht sich Ende September 2025 wieder
unterdurchschnittlich (+4,4%). Die Zahl der beim AMS gemeldeten
sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden steigt jedoch deutlich (+11,0
% oder +1.072), während die Zahl der beim AMS gemeldeten offenen
Lehrstellen (-1.670) deutlich sinkt.

Die Arbeitslosigkeit von Personen mit ausländischer
Staatsbürgerschaft steigt um +6,5% an, während die Arbeitslosigkeit
von Inländer:innen sich mit +7,3% erhöht.

Da die Zahl der Arbeitssuchenden schon über viele Monate
ansteigend ist, wächst auch die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen
mit Status Arbeitslos und mindestens ein Jahr AMS-Vormerkung auf rund
93.800 (+10.811 oder +13,0%).

Die Bestandszahl der beim AMS gemeldeten sofort verfügbaren
offenen Stellen sinkt Ende September 2025 gegenüber dem Vorjahr um –
14,1% auf 78.677. Der Zugang an offenen Stellen beim
Arbeitsmarktservice steigt jedoch im September gegenüber dem Wert des
Vorjahres um +8,9% (+4.060).

Mehr ältere Menschen im Erwerbsleben – Beschäftigungsquote 55+
steigt deutlich

Die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer:innen ab 55 Jahren nimmt
sowohl absolut als auch relativ zu. Die Beschäftigungsquote der 55-
bis 64-Jährigen – also der Anteil der Beschäftigten innerhalb dieser
Altersgruppe – ist im ersten Halbjahr 2025 weiter um +1,6
Prozentpunkte auf 59,4% gestiegen.

„Die Bundesregierung hat im Regierungsprogramm bewusst ein
gezieltes Beschäftigungspaket für ältere Arbeitnehmer:innen
festgeschrieben. Mit Qualifizierungsmaßnahmen, altersgerechten
Arbeitsplätzen, der „Aktion 55plus“ ab 2026 sowie einem Anreiz- und
Monitoringsystem für die Beschäftigung von Personen ab 60 Jahren
sollen die Jobchancen weiter verbessert werden. Es liegt noch ein
weiter Weg vor uns, um die Arbeitsmarktsituation für
Arbeitnehmer:innen über 55 nachhaltig und auf Dauer zu verbessern. Es
braucht vor allem auch ein Umdenken bei den Arbeitgebern. Ältere
Arbeitnehmer:innen dürfen nicht primär als reiner Kostenfaktor
gesehen werden, sondern tragen durch ihr Know-how, ihre Erfahrung und
ihre Betriebstreue wesentlich zum langfristigen Erfolg eines
Unternehmens bei“, macht Arbeitsministerin Korinna Schumann die
Bedeutung von altermäßig gemischten Teams deutlich.

Starke Branchenunterschiede bei der Beschäftigung Älterer

Der Anteil unselbständig Beschäftigter ab 60 Jahren liegt im
ersten Halbjahr 2025 bei durchschnittlich 5,7% – jedoch mit
deutlichen Unterschieden:

Den höchsten Anteil verzeichnen private Haushalte mit
Hauspersonal (13,5%).

Unter den großen Branchen sind die Interessenvertretungen (8,2%),
Öffentliche Verwaltung (8,0%) und Versicherungen (7,9%) führend bei
der Beschäftigung ab 60.

Deutlich unterdurchschnittlich liegen die Anteile Älterer in der
Herstellung Pharmazeutischer Erzeugnisse, in der
Telekommunikatiosbranche sowie bei Werbung & Marktforschung (je 3,4%)
, IT-Dienstleistungen (3,5%), Luftfahrt und Veterinärwesen (3,6%).
Auch große Sektoren wie Bau, Tourismus und Einzelhandel liegen bei
der Beschäftigung 60+ unter einem Anteil von 5%.

Von rund 250.000 Betrieben hatten im ersten Halbjahr 2025 nur 21%
mindestens eine Mitarbeiterin bzw. einen Mitarbeiter über 60 Jahren.
Besonders hohe Anteile finden sich dabei in der

Metallerzeugung: 74,2% (98 von 132 Betrieben),

Stationären Pflege: 69,1% (398 von 576 Betrieben),

Papierproduktion: 63,5% (87 von 137 Betrieben),

Öffentlichen Verwaltung: 61,9% (1.734 von 2.802 Dienstgebern)