St. Pölten (OTS) – Eine falsche Bewegung, ein Windstoß, einmal kurz
nicht mitgedacht –
und schon sitzt man vor verschlossener Tür. In so einer Notlage ist
guter Rat teuer. Leider auch so mancher Notdienst, der vermeintlich
zu Hilfe eilt. Horrende Preise, Einschüchterungsversuche, irreparable
Schäden – die Zahl der Anfragen zu diesem Thema stieg in der AK
Niederösterreich-Konsumentenberatung zuletzt wieder sprunghaft an.
„Wer in einer Notsituation Hilfe braucht, muss auf seriöse heimische
Dienste und Unternehmen vertrauen können. Wir raten: kühlen Kopf
bewahren, Preise vorab klären, auf geprüfte Anbieter setzen und im
Notfall die Polizei rufen“, sagt AK Niederösterreich-Präsident und
ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.

Wie schnell es gehen kann, erlebte kürzlich ein Mann aus Krems.
Als er gegen 22:30 Uhr den Müll rausbringen wollte, fiel hinter ihm
die Wohnungstür ins Schloss, der Schlüssel steckte – aber innen. Eine
schnelle Google-Suche brachte vermeintliche Hilfe, zwei Stunden
später war der Notdienst vor Ort und öffnete die Tür mit einem
Dietrich. Dann folgte die böse Überraschung: 700 Euro sollte der
Kremser bezahlen, für die Anfahrt und fünf Minuten Arbeit.

„Paradefall von Abzocke“

Das ist kein Einzelfall, weiß Sandra Nowak, Leiterin der AK
Niederösterreich-Konsumentenberatung. „Wir sehen immer wieder massiv
überhöhte Forderungen, teils mehrere hundert bis über tausend Euro,
oft mit Druck zur Barzahlung. Manche Anbieter haben weder eine
passende Gewerbeberechtigung, noch existieren sie unter der
angegebenen Adresse. Online wirken sie oft seriös und sind in
Suchmaschinen prominent platziert – das kann täuschen!“

So schützen Sie sich vor unseriösen Notdiensten:

Vorbeugen: Ob Aufsperrdienst oder Installateur-Notdienst, am
sichersten ist es, eine Notfallnummer im Handy parat zu haben.
Welcher Betrieb in Ihrer räumlichen Umgebung bietet einen Notdienst-
Service an – gleich Hotline einspeichern!

Im Notfall selbst unbedingt Seriosität des Betriebs prüfen:
Impressum, Firmenadresse, Bewertungen checken. Dadurch lassen sich
manche schwarzen Schafe bereits enttarnen.

Preis bereits vorab am Telefon klären: Gesamtpreis inkl. Anfahrt,
Zuschläge und Material am besten schriftlich (SMS/WhatsApp/E-Mail)
bestätigen lassen. Seriöse Betriebe geben genaue Auskunft über ihre
Preise!

Den Einsatz dokumentieren: Uhrzeit, Arbeitsschritte, Namen
notieren; Fotos von Rechnung und Fahrzeug machen.

Keine Fantasiesummen akzeptieren: Für einfache Türöffnungen ohne
Zylinderwechsel sind extreme Beträge auch am Wochenende oder in den
Nachtstunden nicht gerechtfertigt. Rufen Sie im Zweifelsfall die
Polizei!

Nicht zur Barzahlung drängen lassen! Denn einmal bezahltes Geld
ist in den meisten Fällen kaum zurückzubekommen.

Seriöse Aufsperrdienste per Handy-App und Notfall-Hotline

Um einen seriösen Aufsperrdienst zu finden, bieten das Kuratorium
für Einbruchschutz und Objektsicherung und die Bundesinnung der
Metalltechniker mit einer eigenen Smartphone-App ein besonders
hilfreiches Service. Sie steht unter www.meinaufsperrdienst.at zum
Download bereit. Tippen Sie Ihre Postleitzahl ein und erhalten Sie
geprüfte und qualifizierte Betriebe in der Nähe angezeigt, die über
das „Gütesiegel Aufsperrer“ verfügen. Alternativ werden Sie unter der
Notrufnummer 0590 900 5599 bei der Suche nach einem seriösen Betrieb
unterstützt, und zwar 24/7 – am besten gleich ins Handy einspeichern.

Weitere Infos:

Auf der Website der Watchlist Internet sind zahlreiche
betrügerische Handwerksdienste gelistet: https://watchlist-
internet.at/liste-handwerksdienste/

Unter https://noe.arbeiterkammer.at/aufsperrdienste finden Sie
viele weitere Infos zu Aufsperrdiensten und eine Preiserhebung, um
erwartbare Kosten besser einschätzen zu können.