Wien (OTS) – Mit dem Start der Black Week befindet sich die Welt seit
heute
kollektiv im Kaufrausch. Mit Strategien wie Sonderangeboten,
schwammigen Begriffen oder selbst kreierten Gütezeichen täuschen
Unternehmen ihre Kund:innen und wollen selbst umweltbewusste
Konsument:innen zum Kauf anregen.Um hier nicht völlig den Kopf zu
verlieren, gibt Greenpeace fünf praktische Tipps, wie man sich als
Konsument:in erfolgreich dagegen wappnen kann. Um Konsument:innen vor
falschen Tricks und die Umwelt vor der Ausbeutung zu schützen,
fordert Greenpeace klare EU-Gesetze gegen Greenwashing sowie strenge
Klima- und Umweltschutzregelungen.

Ursula Bittner, Wirtschaftsexpertin bei Greenpeace Österreich:
“Die Black Week ist ein Konsum-Exzess sondergleichen. Unternehmen
werden nicht müde, immer neue Wegen zu finden, um ihre Produkte unter
die Menschen zu bringen. Besonders hinterhältig sind Greenwashing-
Taktiken, denn hinter grünen Lügen steckt immer die Profitgier
einzelner Konzerne!”

1. Achtung Täuschung!
Behauptungen wie “All Natural”, “Natürliche Zutaten” oder
“Klimaneutral” sind rechtlich noch nicht geschützt. Hersteller können
diese Begriffe also auf ihre Produkte drucken, ohne dafür
Rechenschaft ablegen zu müssen. Somit verbirgt sich hinter diesen gut
klingenden Wörtern meist nur heiße Luft. Eine neue Richtlinie der EU
wird ab 2026 umgesetzt, ab da muss die Verwendung solcher Begriffe
von den Unternehmen begründet und nachgewiesen werden. Bis dahin ist
es besser, nur auf offizielle Siegel, wie z.B. “Bio” zu setzen.

2. Siegel ist nicht gleich Siegel
Die Vielzahl von Gütesiegeln ist extrem unübersichtlich.
Insbesondere, weil auch private Initiativen oftmals eigene Gütesiegel
verwenden, die weder offiziellen Standards folgen, noch behördlich
überprüft werden. Bekannte Beispiele sind MSC oder FSC. Der
Greenpeace-Gütezeichen-Guide gibt eine erste Orientierung.

3. Brauche ich das wirklich?
Bevor die Vorteilspackung oder Produkte mit Extrem-Rabatten gekauft
werden, hilft es, kurz inne zu halten und zu hinterfragen, ob man das
Produkt wirklich braucht. Wichtig ist auch, die Qualität des Produkts
zu überprüfen. Möglicherweise gibt es ein ähnliches Produkt mit einer
besseren Energiebilanz, Qualität oder Material.

4. Langlebigkeit vor Schnäppchen
Bevor Sie etwas kaufen, fragen Sie sich, ob das Produkt wirklich
gebraucht wird und wie lange es hält. Qualitativ hochwertige,
langlebige Produkte sind immer nachhaltiger als Wegwerfprodukte.

5. Nachhaltigkeitsbehauptungen prüfen
Seien Sie skeptisch, wenn Unternehmen sich „grün“ darstellen, aber
den Großteil ihrer Produkte weiterhin billig oder/und konventionell
herstellen. Seriöse Unternehmen legen offen, wo und wie sie
produzieren und wie sie Nachhaltigkeit erreichen wollen – vage
Versprechen und schöne Bilder reichen nicht. Sind Angaben unklar oder
ungenau, ist das oft ein Zeichen für Greenwashing. In diesem Fall
kann man sich direkt an den Hersteller wenden. Wenn diese merken,
dass ihren Kund:innen die Produktionsweise und Herkunft der Produkte
wichtig ist, ist die Chance größer, dass sie etwas ändern. Starke
Gesetze, die Hersteller in die Verantwortung nehmen, sind jedenfalls
unerlässlich.

Wer mehr wissen möchte:
Greenpeace-Wirtschaftsexpertin Ursula Bittner hat ein Buch über
Greenwashing geschrieben: In “Greenwashing – Das schmutzige Geschäft
mit deinem Gewissen” zeigt sie auf, wie sich Konzerne und Co. als
Umweltretter:innen ausgeben, während sie die Klimakrise und das
Artensterben befeuern. Das Buch legt Strategien hinter dem
Greenwashing offen und zeigt, wie uns Konzerne, Finanzindustrie und
Politik betrügen.