St. Pölten (OTS) – Im Rahmen einer Pressekonferenz informierte
Landeshauptfrau Johanna
Mikl-Leitner heute, Donnerstag, gemeinsam mit Wolfgang Ecker,
Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich, Bürgermeister Ewald
Gorth und Kauffrau Anita Hiesel zum Thema „Hybridmärkte als
Zukunftsmodell der Nahversorgung“ im Nah&Frisch in der Gemeinde
Inzersdorf-Getzersdorf. Anita Hiesel hat den Dorfladen im vergangenen
Jahr übernommen und diesem in Zusammenarbeit mit der Firma Kienast,
mit dem finanziellen Beitrag der Gemeinde und der NAFES-Förderung mit
der Umstellung auf Hybrid einen Relaunch gegeben. Seit 5. September
2025 ist der Nah&Frisch in Inzersdorf als Hybridmarkt in Betrieb.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betonte die Wichtigkeit des
Themas und, dass man Nahversorger in den Gemeinden und Dörfern
brauche. „Früher war ein Greißler in einer Ortschaft eine
Selbstverständlichkeit“, führte Mikl-Leitner aus, dass sich das heute
geändert habe, weil die Menschen viel mobiler geworden seien und das
bringe den Nahversorger immer wieder massiv unter Druck. „Da braucht
es auch neue Lösungen, da braucht es Anpassung der Systeme. Und da
hilft uns der ganze Bereich der Digitalisierung“, hielt die
Landeshauptfrau weiters fest: „Digitalisierung soll aber die Menschen
nicht ersetzen, sondern vor allem ergänzen und ihnen zur Seite
stehen.“
„Gerade dieser Nahversorger ist bestes Beispiel dafür, wie es
gehen kann“, führte Mikl-Leitner aus, dass hier am Vormittag mit
einer Bedienung, wo man auch soziale Kontakte pflegen könne,
eingekauft werden könne, und in den Randzeiten könne man mit der
Bankomatkarte hereinkommen und die Selbstbedienung nutzen. Die
Landeshauptfrau sprach von einem System mit einer Win-Win-Situation
für alle und bedankte sich bei Kauffrau Anita Hiesel, die die
Verantwortung für den Nah&Frisch in Inzersdorf übernommen habe.
Die NAFES-Aktion habe man seit vielen Jahren im Programm und
damit habe man in enger Zusammenarbeit zwischen Land Niederösterreich
und Wirtschaftskammer Niederösterreich bereits sehr viel bewegt. „In
den letzten fünf Jahren haben wir 37 Hybridmärkte bei uns in
Niederösterreich unterstützt, das sind in etwa 60 Prozent der
gesamten NAFES-Förderung“, sprach die Landeshauptfrau von einem
Erfolgsmodell. Sie bedankte sich auch beim Partner „Nah&Frisch“ und
der Firma Kienast, der die Nahversorgung wichtig sei und die eine
enge Zusammenarbeit mit den Betreibern hege und pflege.
Seit dem Jahr 1998 habe man mit der NAFES-Aktion 1.328 Projekte
unterstützt, 24,7 Millionen Euro an Fördermitteln ausgeschüttet und
damit 130 Millionen an Investitionen ausgelöst, so die
Landeshauptfrau, die sich auch bei Bürgermeister Ewald Gorth
bedankte: „Ohne Unterstützung der Gemeinde wäre es nicht gegangen.“
Diese habe 71.000 Euro in die Umstellung auf das Hybridmodell
investiert und die NAFES-Förderung davon betrage 30 Prozent. „Damit
ist die Nahversorgung für Inzersdorf-Getzersdorf gesichert“, so Mikl-
Leitner, die weiters an die Ortsbewohnerinnen und Ortsbewohner
appellierte: „Will man einen Nahversorger, muss man ihn auch nutzen.“
WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker ergänzte: „Die Regionalität hat für
uns alle eine große Bedeutung. Regionales Einkaufen belebt die
Ortskerne, bringt uns Lebensqualität, unterstützt die heimische
Wirtschaft und sichert Arbeitsplätze.“ Daher setze die
Wirtschaftskammer zahlreiche regionale Maßnahmen. Als Beispiel hob
Ecker die Regionalitätskampagne „ichkauflokal“ hervor, bei der mit
breitgestreuten Marketingmaßnahmen und zahlreichen Aktivitäten auf
die Bedeutung des lokalen Einkaufs aufmerksam gemacht wird. Außerdem
sei man mit den rund 100 lokalen Kauf- und Marketinggemeinschaften in
Niederösterreich im regelmäßigen Erfahrungsaustausch.
Zur NAFES-Aktion hielt der WKNÖ-Präsident fest, dass bei der
aktuellen Förderschiene, die 2024 begonnen habe und noch bis Dezember
2026 laufe, bisher 106 Projekte mit über 1,5 Millionen Euro gefördert
und dabei Investitionen von über 5,4 Millionen Euro ausgelöst worden
seien. „Die Förderschwerpunkte von NAFES liegen einerseits bei
Infrastruktur-Maßnahmen, wie Wochenendmärkte oder
Leerflächenprojekte“, informierte Ecker, dass weiters Aktivitäten zur
Verbesserung des Einkaufs in Stadt- und Ortskernen gefördert werden
und auch Nahversorgungsprojekte, etwa auch die Einrichtung eines
Hybridmarktes, wie jener in Inzersdorf. Hybridmärkte hätten für die
Konsumentinnen und Konsumenten einen Riesenvorteil, denn damit
könnten auch die Öffnungszeiten ausgedehnt werden. „Ich kauf lokal –
denn mir ist’s nicht egal!“, appellierte Ecker an die Bevölkerung.
Bürgermeister Ewald Gorth betonte, dass es der Gemeinde ein
wichtiges Anliegen sei die Nahversorgung und Grundversorgung für die
Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger aufrecht zu erhalten,
insbesondere auch für die Menschen, die nicht mehr so mobil seien.
Gorth bedankte sich bei Kauffrau Anita Hiesel, die den Dorfladen
übernommen und von einem Angestelltenverhältnis in die
Selbstständigkeit gewechselt hat. „Die Umstellung auf die
Hybridlösung ist eine Kombination aus traditionellem Einkauf gepaart
mit moderner Technik. Es wird die Zukunft sein – vor allem für so
kleine Landgemeinden wie unsere“, so Gorth. Man ermögliche damit,
dass das Geschäftsfeld erweitert und die wirtschaftliche Basis
dadurch gestärkt werde. Der Bürgermeister bedankte sich auch bei der
Landeshauptfrau für die Unterstützung bei diesem Projekt und
generell; damit könne man für alle Beteiligten ein ordentliches
Umfeld schaffen.
Kauffrau Anita Hiesel bedankte sich für die Unterstützung der
Gemeinde, der Firma Kienast, der NAFES und vom ganzen Land; dadurch
sei es möglich den Dorfladen zu betreiben, denn gerade am Anfang –
wenn man nicht so viel Startkapital zur Verfügung habe – sei es
finanziell nicht so einfach. Hiesel hat eine Freude mit ihrer neuen
Aufgabe: Wenn die Leute wegen einer Brezen kommen oder sagen, dass
ihnen der Kaffee schmecke und sie wiederkommen, das sei für sie eine
Bestätigung für ihre Arbeit. Der Hybridmarkt selbst werde immer mehr
angenommen, von den Jungen, aber auch von den Älteren.