Wien (OTS) – Auch nach der fünften Verhandlungsrunde gibt es keine
Einigung über
den Kollektivvertrag 2026 für die österreichische IT-Branche. Grund
dafür ist das Festhalten der Gewerkschaft an Forderungen, die die
Wettbewerbsfähigkeit des IT-Standortes gefährden. Aus Sicht der
Arbeitgeberseite, des Fachverbandes Unternehmensberatung, Buchhaltung
und Informationstechnologie (UBIT) in der Wirtschaftskammer
Österreich (WKÖ), verhindert diese starre Position Fortschritte in
den Gesprächen.
„Die Gewerkschaft betrachtet die KV-Verhandlungen offensichtlich
als Match, das sie gewinnen will. Wir hingegen sehen uns als Team mit
unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und wollen Arbeitsplätze
langfristig absichern“, betont die Arbeitgeberseite. Bereits Anfang
Jänner wurden von Arbeitgeberseite in informellen Gesprächen
Lösungsvorschläge eingebracht, um einen konstruktiven Zugang zu
ermöglichen. In der fünften Runde sei dennoch kein Entgegenkommen der
Gewerkschaft erkennbar gewesen.
Der Kollektivvertrag bildet den Rahmen für die gesamte IT-Branche
– vom internationalen Player bis zum kleinen und mittleren Betrieb.
„Die Arbeitnehmervertreter ignorieren die angespannte wirtschaftliche
Situation, in der sich viele Unternehmen aktuell befinden. Es fehlt
die Bereitschaft, gemeinsam zu einem tragbaren Kompromiss zu kommen“,
so die Arbeitgeberseite weiter.
Kritisch gesehen wird auch die Argumentation der Gewerkschaft in
Bezug auf den Fachkräftemangel. Diese stütze sich auf überholte
Zahlen. Ein Blick auf die aktuellen Statistiken zeige ein deutlich
anderes Bild: Während im Jahr 2022 in den ersten zehn Monaten noch
ein durchschnittlicher Beschäftigtenzuwachs von 7.920 Personen
gegenüber dem Vorjahr verzeichnet wurde, liege dieser Zuwachs im Jahr
2025 nur mehr bei 1.068. „Hier wird die Realität der Branche
verkannt“, heißt es seitens der Arbeitgeber.
Aufgrund der festgefahrenen Situation seien in der heutigen Runde
keine Fortschritte erzielbar gewesen. Die Arbeitgeberseite will nun
nach weiterer Abstimmung mit den Betrieben die Gespräche fortsetzen.
Der IT-Kollektivvertrag betrifft mehr als 90.000 Beschäftigte in
Österreich. Ziel der Arbeitgeber bleibt eine verantwortungsvolle und
ausgewogene Lösung, die sowohl die Interessen der Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter als auch die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen IT-
Branche berücksichtigt. (PWK032/ES/JHR)