Wien (OTS) – Zum Tag der Jugend am 12. August macht SOS-Kinderdorf
auf die
wachsenden Belastungen junger Menschen aufmerksam und fordert mutige
politische Entscheidungen: Statt oft leerer Versprechen brauche es
echte Unterstützung, Mitsprache und umfassende Maßnahmen zur Stärkung
der mentalen Gesundheit.
„Die Krise der Jugend ist kein individuelles Versagen, sondern das
Ergebnis einer politischen Marginalisierung. Die Politik muss die
Sichtweisen und Bedürfnisse junger Menschen endlich stärker in ihren
Entscheidungen berücksichtigen“, so Christian Moser, Geschäftsführer
von SOS-Kinderdorf.
Jugend unter Druck
Die Zeit zwischen Kindheit und Erwachsenwerden ist geprägt von
tiefgreifenden Veränderungen: Pubertät, Schulabschluss,
Berufseinstieg und ein Lösen vom Elternhaus. Diese ohnehin fordernde
Lebensphase wird zusätzlich durch gesellschaftliche Unsicherheiten
belastet – von Klimawandel und anderen globalen Krisen über ungleiche
Bildungschancen bis zur Überlastung des Gesundheitssystems.
„Die Belastung von jungen Menschen resultiert nicht aus individueller
Schwäche, sondern aus politischer Untätigkeit. Die gute Nachricht:
Wir können die Krise in den Griff bekommen, wenn wir die Probleme
endlich an den Wurzeln packen“, so Moser.
Echte Veränderung anstoßen
Zukunft sichern: Das klassische Aufstiegsversprechen über Bildung und
Beruf gilt für viele Jugendliche nicht mehr. Hier braucht es neue
Perspektiven im Schulsystem etwa durch bedarfsgerechte Ausstattung
aller Schulen mit Schulsozialarbeit, Schulpsychologie sowie School
Nurses. Auch das grundlegende Gefühl gesellschaftlicher Sicherheit
fehlt. SOS-Kinderdorf pocht auf ein umfassendes Klimaschutzgesetz, um
die Zukunft der nächsten Generationen zu sichern.
Beteiligung stärken: „Jugendliche wissen sehr genau, was sie
brauchen. Ihre Sichtweisen müssen in Schule, Politik und Gesetzgebung
verbindlich einfließen – nicht nur symbolisch, sondern strukturell.
Nur wenn Jugendliche erfahren, dass sie etwas bewirken können,
erfahren sie Selbstwirksamkeit und werden auch später an
demokratischen Prozessen interessiert sein“, so Moser. Konkret
fordert SOS-Kinderdorf einen Jugend-Check für Gesetzesentwürfe, wie
er in Deutschland bereits etabliert ist.
Psychische Gesundheit absichern: „Die dramatische Zunahme psychischer
Belastungen bei Jugendlichen ist seit Jahren bekannt – doch die
Versorgung ist weiterhin unzureichend: zu teuer, zu punktuell, mit zu
wenig Kapazität. Das ist nicht hinnehmbar“, so Moser. Es braucht
flächendeckende, kostenfreie Angebote und eine konsequente Umsetzung
der Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie inklusive ausreichender
Finanzierung der nötigen Maßnahmen.
„Junge Menschen dürfen nicht länger vertröstet werden – es ist
höchste Zeit, ihre Zukunft politisch abzusichern“, so Moser
abschließend.