Wien (OTS) – Seit Jahren argumentieren Regierende, dass nicht das
gesetzliche,
sondern das tatsächliche Pensionsantrittsalter entscheidend sei. Die
Realität zeigt jedoch, dass diese Rechnung nicht immer aufgeht.
Aktuelle Zahlen aus Vorarlberg belegen das deutlich: Bei
unselbstständig beschäftigten Männern ist das tatsächliche
Pensionsantrittsalter im vergangenen Jahr sogar leicht gesunken – von
61,8 auf 61,7 Jahre. „Diese Entwicklung zeigt klar, dass wir uns
nicht länger auf bloße Absichtserklärungen verlassen können“, betont
JUNOS-Vorsitzende Sophie Wotschke.

Für die JUNOS ist daher klar: An einer Diskussion über ein
höheres gesetzliches Pensionsalter führt kein Weg vorbei. „Wer
Generationengerechtigkeit ernst nimmt, darf diese Debatte nicht
weiter vertagen“, so Wotschke.

Unterstützung kommt auch aus den Reihen der Experten. Der
Sozialrechtsexperte Wolfgang Mazal spricht sich dafür aus, nicht bis
2030 zuzuwarten. Stattdessen brauche es jetzt Ehrlichkeit gegenüber
den Menschen. Mazal plädiert dafür, bereits heute zu beschließen,
dass das gesetzliche Pensionsalter ab 2035 moderat steigt – etwa
schrittweise um wenige Monate.

Für die JUNOS ist außerdem klar: Es ist gut, dass im
Pensionsbereich erstmalig eine Trendwende eingeleitet wurde. Parallel
dazu braucht es weitere Reformschritte, um das System breiter und
krisenfester aufzustellen. Dazu zählen insbesondere weitere Schritte
in Richtung Aktienpension, wie sie in anderen europäischen Ländern
bereits der Normalfall sind.

„Eine gute Pensionsvorsorge muss auf mehrere Säulen setzen und
darf nicht ausschließlich von der demografischen Entwicklung
abhängen. Was es braucht, sind ehrliche Reformen, die das
Pensionssystem wirklich zukunftsfit machen“, so Wotschke
abschließend.