St. Pölten (OTS) – Wie viel bleibt am Ende des Jahres wirklich übrig?
Das versucht die
Junge Wirtschaft Niederösterreich (JW NÖ) anlässlich des „Tax Freedom
Days“ anhand einer Pizza deutlich zu machen. „Weniger als die Hälfte
bleibt übrig, nachdem man alle Steuern und Abgaben abgezogen hat. Das
ist einfach viel zu wenig“, sagt Katharina Alzinger-Kittel,
Landesvorsitzende der Jungen Wirtschaft Niederösterreich (JW NÖ).

Der „Tax Freedom Day“ fiel heuer auf den 17. August – zwei Tage
später als in den Jahren zuvor. Bis dahin arbeiten die
Niederösterreicher:innen für den Staat, erst danach für das eigene
Geldbörserl. „Das zeigt uns ganz deutlich: Es ist Zeit für einen
neuen Kurs. Niederösterreich ist ein starkes und lebenswertes Land –
gerade deshalb müssen wir Rahmenbedingungen schaffen, die Leistung
belohnen und Zukunft sichern“, betont Alzinger-Kittel.

Junge Wirtschaft NÖ wünscht sich mutige Strukturreformen

Im aktuellen OECD-Vergleich liegt Österreich bei der
Einkommensbelastung durch die Lohn- und Lohnnebenkosten mit 47
Prozent weiterhin deutlich über dem Schnitt von 34,9 Prozent.
Inklusive der indirekten Steuern (z.B. Umsatzsteuer, Mineralölsteuer,
etc.) liegt die Belastung laut dem Hayek Institut für
Wirtschaftsforschung bei 62,8 Prozent. „Eine hohe Abgabenquote wurde
akzeptiert, solange die staatlichen Leistungen spürbar waren. Heute
erleben wir aber, dass Qualität und Leistung oft nicht mehr Schritt
halten. Obwohl enorme Summen ins System fließen, bleibt der Output
hinter den Erwartungen zurück. Es braucht mutige Strukturreformen,
die Unternehmen und ihre Beschäftigten spürbar entlasten und Wachstum
fördern“, fordert die Landesvorsitzende. Länder wie Dänemark oder die
Niederlande beweisen immerhin, dass ein leistungsfähiger Sozialstaat
auch mit deutlich geringerer Steuer- und Abgabenquote möglich ist.

Die jüngsten Konjunkturprognosen lassen vorsichtig Zuversicht
aufkommen: Erstmals seit 2022 dürfte die heimische Wirtschaft heuer
wieder ein – wenn auch moderates – Wachstum verzeichnen. „Das ist der
richtige Moment, um längst bekannte Effizienzpotenziale in Verwaltung
und Staatswesen zu heben. Das Förderwesen straffen, das
Pensionssystem zukunftssicher gestalten und den Föderalismus
modernisieren – das sind die Hebel, um Kosten zu senken und Spielraum
für echte Entlastungen zu schaffen“, ist Alzinger-Kittel überzeugt.

Werden diese Chancen genutzt, hat Niederösterreich die besten
Voraussetzungen, um im Wettbewerb zu glänzen, Sicherheit zu
gewährleisten und den „Tax Freedom Day“ wieder früher zu feiern. „Wir
müssen jetzt handeln, nur so wird das Pizza-Stück für alle, die
arbeiten und Steuern bezahlen, wieder größer”, wünscht sich die
Landesvorsitzende.