St. Pölten (OTS) – Im Rahmen einer Pressekonferenz im Restaurant Görg
in Katzelsdorf
stellte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gemeinsam mit Wolfgang
Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich, die
Bedeutung der Unternehmensnachfolge für den Wirtschaftsstandort
Niederösterreich in den Mittelpunkt. Der demografische Wandel mache
auch vor der Wirtschaft nicht Halt, so die Landeshauptfrau eingangs:
„Viele Unternehmerinnen und Unternehmer beschäftigen sich aktuell mit
der Übergabe an die junge Generation.“ Um diese erfolgreich zu
gestalten, setze das Land gemeinsam mit der Wirtschaftskammer und den
Banken auf gezielte Unterstützung – insbesondere durch die NÖ
Bürgschaften und Beteiligungen GmbH (NÖBEG).

„Gerade in herausfordernden Zeiten ist es entscheidend,
rechtzeitig die Weichen für die Zukunft zu stellen, denn jede
gelungene Nachfolge sichert Arbeitsplätze, Know-how und regionale
Wertschöpfung“, betonte Mikl-Leitner. „Niederösterreichweit stehen
zwischen 2020 und 2029 mehr als 8.400 KMU vor einem
Generationenwechsel – rund 107.000 Arbeitsplätze hängen direkt von
erfolgreichen Übergaben ab“, führte sie aus. Das Land unterstütze
daher gezielt Betriebsübernahmen, vor allem dann, „wenn eine
Bankfinanzierung allein nicht ausreicht und hohe Investitionen
anstehen“.

Erfolgreiche Nachfolgen seien ein wesentlicher Wachstumsmotor,
führte sie aus: „Mehr als 60 Prozent der Nachfolgerinnen und
Nachfolger steigern nach einer Übernahme den Umsatz und schaffen
zusätzliche Arbeitsplätze. Ein Beispiel für eine gelungene
Unternehmensnachfolge ist das Restaurant Görg in Katzelsdorf, das
1968 gegründet und 2024 von den Brüdern Stefan und Martin übernommen,
modernisiert und neu positioniert wurde“, unterstrich sie.

Besonders häufig seien Übergaben mittlerweile aber auch außerhalb
der Familie, so die Landeshauptfrau: „Etwa übernehmen dann
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Betrieb.“ Der Anteil solcher
Übernahmen habe sich laut KMU Forschung Austria in den vergangenen
Jahren verdoppelt. „Das zeigt, wie wichtig eine professionelle
Begleitung dieser Übergänge ist“, verwies Mikl-Leitner an dieser
Stelle auf die Bedeutung der Beteiligungsfinanzierung NÖBEG. Zwischen
2001 und 2024 habe die NÖBEG insgesamt 324 Unternehmensübernahmen
vorwiegend in den Bereichen Handel, Gastronomie, Handwerk und
Industrie mitfinanziert – rund ein Drittel davon allein in den
letzten fünf Jahren.

Die Landeshauptfrau betonte abschließend: „Jede gelungene
Betriebsübernahme sichert nicht nur Arbeitsplätze, sondern investiert
in die beste Zukunft unserer Kinder.“

„Die Übergabe im Restaurant Görg zeigt, wie ein
Generationenwechsel zukunftsweisend gestaltet werden kann. Die
Wirtschaftskammer Niederösterreich unterstützt Unternehmerinnen und
Unternehmer dabei mit maßgeschneiderten Services – von Finanzierung
über strategische Planung bis hin zu praktischen Lösungen“, erklärt
WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker. Die Wirtschaftskammer Niederösterreich
bietet pro Jahr rund 400 umfassende Beratungen, zusätzlich listet die
Online-Nachfolgebörse über 1.000 Inserate, und Veranstaltungen, wie
„Nachfolge+“ oder das Forum Betriebsnachfolge, vermitteln praxisnahes
Wissen. Die Junge Wirtschaft hat zusätzlich eine eigene
Nachfolgestrategie erarbeitet.

Die Gastronomen Martin und Stefan Görg erzählten im Rahmen der
heutigen Pressekonferenz vom Übergabeprozess: „Die Übergabe war ein
behutsamer Prozess – Schritt für Schritt übernahmen wir
Verantwortung, bis wir 2024 offiziell die Leitung des Restaurants
hatten. Seitdem haben wir Küche und Gastraum modernisiert, einen
Chef’s Table integriert und die Terrasse zur ganzjährig nutzbaren
Veranda ausgebaut.“ Man wolle die kulinarische Vielfalt der Region
erhalten „und das, was unsere Eltern aufgebaut haben,
weiterschreiben“, unterstrichen die Gastronomen.