Wien (OTS) – Österreich hat aktuell den WHO-Eliminationsstatus für
Masern
verloren. Nach der großen Zahl an Masernfällen 2024 gelten Masern nun
als „wieder etabliert“. „Masern sind kein Kinderspiel, sondern eine
hochansteckende Infektionskrankheit, die häufig mit schweren
Komplikationen wie Lungen- oder Hirnentzündungen verbunden ist und
tödlich sein kann. Letztes Jahr führten mehr als 20 Prozent der
Masernerkrankungen zu einem Krankenhausaufenthalt“, sagt Naghme
Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin und Kurienobfrau der
niedergelassenen Ärzte der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien.
„Eine gezielte Therapie gegen das Masernvirus bei Ausbruch der
Erkrankung gibt es nicht. Ich appelliere dringend an die Bevölkerung,
das kostenlose Masern-Impfangebot in Anspruch zu nehmen.“
In Österreich wird die Masernimpfung als Kombinationsimpfung
gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) verabreicht und ist Teil des
kostenfreien Impfprogramms. „Die Impfung ist sehr sicher, wirksam und
bietet zuverlässigen Schutz vor einer Infektion. Sie steht sowohl für
Kinder als auch für Erwachsene als nachgeholte Kinderimpfung ohne
Altersbegrenzung zur Verfügung“, erklärt Kamaleyan-Schmied.
„Erwachsene können und sollten ihren Impfstatus prüfen und
gegebenenfalls fehlende MMR-Impfungen kostenlos nachholen. Erste
Anlaufstelle für Impfungen sind Hausärztinnen und -ärzte ebenso wie
Kinderärztinnen und -ärzte.“
Um die Impfquoten zu erhöhen fordert die Kammer für Ärztinnen und
Ärzte in Wien eine rasche Erleichterung des Zugangs zum kostenlosen
Impfprogramm und eine einfache, patientenfreundliche Versorgung aus
einer Hand. „Um der Bevölkerung Umwege zu ersparen sollten im Sinne
eines One-Stop-Shops Impfstoffe direkt in den Ordinationen
bereitgestellt und abgegeben werden können“, sagt Kamaleyan-Schmied.
„Darüber hinaus sollte Impfberatung Teil der jährlichen
Vorsorgeuntersuchung sein, um das Bewusstsein für Impfungen in der
Bevölkerung zu stärken.“ Es muss jede Möglichkeit genutzt werden, um
Impflücken zu schließen. „Nur wenn die Durchimpfungsrate in
Österreich steigt, werden wir diese impfpräventable Erkrankung
endgültig ausrotten können.“
– One-Stop-Konzept: Für eine einfache, patientenfreundliche
Versorgung aus einer Hand sollen Impfstoffe direkt in den
Ordinationen bereitgestellt und abgegeben werden können, um der
Bevölkerung Umwege zu ersparen.
– Impfberatung als Teil der jährlichen Vorsorgeuntersuchung :
Ärztinnen und Ärzte genießen das Vertrauen ihrer Patientinnen und
Patienten. Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen sollten sowohl
Impfberatung als auch die Überprüfung des Impfstatus als
Kassenleistung angeboten werden. Damit würde das Bewusstsein für
Impfungen gestärkt und individuelle Beratung ermöglicht werden.
– Abbau von Impfhindernissen : Unkompliziertes Eintragen in den
elektronischen Impfpass durch Verwendung der Ordinationskarte des
Arztes (O-Card) statt der E-Card der Patientin oder des Patienten, da
diese oft nicht mitgebracht wird.