Wien (OTS) – Internet und Anrufe werden von Kriminellen weiterhin
intensiv für
Betrugsdelikte genutzt. Betrügerische Anrufe, Phishing-SMS und -E-
Mails sowie immer wieder neue perfide Maschen verursachen Jahr für
Jahr tausende Opfer und Schäden in Millionenhöhe in Österreich.

Die Bandbreite der Betrugsformen reicht vom sogenannten „Falschen
Polizisten“ über den „Tochter-Sohn-Trick“ bis hin zum Anlagenbetrug.
Um diese Delikte wirksam zu bekämpfen und Tätergruppen aus dem
Verkehr zu ziehen, wurden in den vergangenen Jahren gezielte
Schwerpunktmaßnahmen gesetzt: Neben der Einrichtung spezialisierter
Ermittlungsgruppen wurden polizeiliche Präventionsmaßnahmen
verstärkt. Außerdem wurde die Zusammenarbeit mit Partnern aus der
Privatwirtschaft weiter ausgebaut.

“Im Kampf gegen Kriminalität im Internet arbeitet die Cyber-Cobra
immer effektiver. Eine intensivere Ausbildung und eine
flächendeckende Struktur sind wesentliche Voraussetzungen für mehr
Sicherheit im Netz. Mit der Kriminaldienstreform sind Cyber-
Spezialistinnen und -Spezialisten nicht nur in den Zentralen, sondern
auch in den Regionen als Ermittler unterwegs“, sagt Innenminister
Gerhard Karner.

Der Leiter des Bundeskriminalamtes, Andreas Holzer, ergänzt:
“Cybersicherheit ist Teamarbeit. Das Bundeskriminalamt investiert in
digitale Kompetenz und setzt auf leistungsfähige Partnerschaften. So
werden Ermittlungen effizienter und Warnungen österreichweit präziser
platziert.”

Einsatzgruppe zur Bekämpfung „falscher Polizisten“ erfolgreich

Die Betrugsform zielt insbesondere auf das Vertrauen älterer
Menschen in staatliche Institutionen ab. Die Täter geben sich als
Polizistinnen und Polizisten, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte
oder Bankangestellte aus und setzen ihre Opfer gezielt unter Druck.
Unter dem Vorwand angeblicher Einbruchsserien, korrupter
Bankmitarbeiter oder durch den sogenannten „Kautionstrick“ werden
hohe Geldbeträge und Wertsachen herausgelockt.

Der Modus Operandi „Falscher Polizist“ trat erstmals 2021 in
Erscheinung. Zur effektiven Bekämpfung dieser Tätergruppen wurde im
September 2022 die Einsatzgruppe „Falsche Polizisten“ (EG FaPo)
eingerichtet. Die dezentral organisierte Einheit ist in allen
Landeskriminalämtern vertreten und wird vom Bundeskriminalamt
koordiniert.

Die Bilanz zeigt einen deutlichen Erfolg: Während die
Schadenssumme 2023 noch rund 20 Millionen Euro betrug, liegt sie 2025
bei etwa neun Millionen Euro. Auch die Zahl der Anzeigen konnte
signifikant reduziert werden – von 1.605 Fällen im Jahr 2023 auf rund
740 Anzeigen im Jahr 2025, was einem Rückgang von über 60 Prozent
entspricht.

Deutlicher Rückgang beim „Tochter-Sohn-Trick“

Bei dieser Masche geben sich Kriminelle unter neuen
Telefonnummern als Kinder oder nahe Angehörige der Opfer aus und
täuschen Notlagen vor. In der Folge werden dringend benötigte
Geldbeträge, meist im vierstelligen Euro-Bereich, eingefordert.

Erfreulich ist die Entwicklung beim „Tochter-Sohn-Trick“. Wurden
2023 noch rund 5.000 Fälle mit einer Schadenssumme von 9,3 Millionen
Euro angezeigt, sank die Zahl 2024 auf etwa 1.700 Fälle. 2025 wurden
rund 1.100 Fälle registriert – ein weiterer Rückgang um rund 35
Prozent. Der entstandene Schaden beläuft sich bislang auf 3,2
Millionen Euro und liegt damit um 65 Prozent unter dem Niveau von
2023.

Konsequentes Vorgehen und breite Zusammenarbeit entscheidend

Im Kampf gegen Internetbetrug bleiben Prävention und
Strafverfolgung die zentralen Säulen. Im Bundeskriminalamt wurden
spezialisierte Ermittlungsgruppen eingerichtet, die sowohl nationale
als auch internationale Ermittlungen koordinieren und unterstützen.

Die Erfolge zeigen, dass gezielte Aufklärungs- und
Sensibilisierungsmaßnahmen – etwa beim Tochter-Sohn-Trick – Wirkung
entfalten. Gleichzeitig passen Betrüger ihre Vorgehensweisen rasch an
neue Rahmenbedingungen an. Daher bleibt die kontinuierliche
Präventionsarbeit ein zentraler Schwerpunkt der Polizei.

Weil Online-Betrug über eine Vielzahl digitaler Kanäle
abgewickelt wird und große Teile der zugrunde liegenden Infrastruktur
in privater Verantwortung liegen, hat die enge Kooperation mit
Unternehmen einen hohen Stellenwert, damit Präventionsbotschaften
schnell und gezielt bei den Menschen ankommen.