St. Pölten (OTS) – Zwischen 2020 und 2029 stehen in Niederösterreich
über 8.400 KMU vor
einem Generationenwechsel – rund 107.000 Arbeitsplätze hängen davon
ab. Land und Wirtschaftskammer NÖ unterstützen Unternehmerinnen und
Unternehmer mit Beratung, Services und praktischen Lösungen für eine
erfolgreiche Übergabe. Es braucht aber weitere Erleichterungen.
Seit 2020 wurden in Niederösterreich über 5.600 Betriebe
übergeben, besonders häufig im Gewerbe und Handwerk, im Tourismus und
der Freizeitwirtschaft sowie im Handel. „Das Restaurant Görg ist ein
Paradebeispiel dafür, wie eine Betriebsnachfolge innerhalb der
Familie gelingt. Eine erfolgreiche Übergabe sichert Know-how,
Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung – genau das, was
Niederösterreich für wirtschaftliche Stärke und Zukunftsfähigkeit
braucht“, betonen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und
Wirtschaftskammer-Präsident Wolfgang Ecker beim Besuch des
Traditionsbetriebs in Katzelsdorf. Ende 2023 übergaben die
Seniorchefs Gerti und Karl Görg das Restaurant an ihre Söhne Stefan
und Martin – ein Vorzeigebeispiel für einen gelungenen
Generationenwechsel in der Gastronomie.
Betriebsnachfolge – eine Zukunftsfrage für Niederösterreich
Niederösterreichweit stehen zwischen 2020 und 2029 mehr als 8.400
KMU vor einem Generationenwechsel – rund 107.000 Arbeitsplätze hängen
direkt von erfolgreichen Übergaben ab. „Gerade aktuell denken viele
ältere Unternehmerinnen und Unternehmer stärker darüber nach, ihre
Firma in jüngere Hände zu legen. Dabei wollen wir sie unterstützen,
denn erfolgreiche Betriebsnachfolgen bringen nicht nur Stabilität,
sondern auch Wachstum: Mehr als 60 Prozent der Nachfolgerinnen und
Nachfolger steigern nach einer Übergabe den Umsatz und schaffen
zusätzliche Arbeitsplätze. Besonders erfolgreich sind Übernahmen
durch langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Sie kennen den
Betrieb, die Kundinnen und Kunden, die Abläufe. Aber in vielen Fällen
bedeutet die Übernahme den Einstieg ins Unternehmertum. Vor allem
diese Neo-Unternehmerinnen und -Unternehmer wollen wir gezielt auf
die neue Aufgabe vorbereiten“, betont Landeshauptfrau Johanna Mikl-
Leitner.
Unterstützung durch die Wirtschaftskammer NÖ und die NÖBEG
„Die Übergabe im Restaurant Görg zeigt, wie ein
Generationenwechsel zukunftsweisend gestaltet werden kann. Die
Wirtschaftskammer Niederösterreich unterstützt Unternehmerinnen und
Unternehmer dabei mit maßgeschneiderten Services – von Finanzierung
über strategische Planung bis hin zu praktischen Lösungen“, betont
WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker. Die Wirtschaftskammer Niederösterreich
bietet pro Jahr rund 400 umfassende Beratungen, zusätzlich listet die
Online-Nachfolgebörse über 1.000 Inserate, und Veranstaltungen, wie
„Nachfolge+“ oder das Forum Betriebsnachfolge, vermitteln praxisnahes
Wissen. Die Junge Wirtschaft hat zusätzlich eine eigene
Nachfolgestrategie erarbeitet.
Ergänzend zu Beratung und Serviceleistungen der Wirtschaftskammer
Niederösterreich trägt auch die NÖ Bürgschaften und Beteiligungen
GmbH (NÖBEG) mit individuellen Finanzierungslösungen zur
erfolgreichen Umsetzung von Betriebsnachfolgen bei.
Es braucht weitere Erleichterungen
Gleichzeitig fordert die Wirtschaftskammer NÖ weitere
Erleichterungen: einen höheren Freibetrag bei Veräußerungsgewinnen
von 7.300 auf 45.000 Euro, einen Sondersteuersatz von 20 Prozent für
Betriebsverkäufe, einfachere steuerliche Regelungen sowie mehr
Bewusstsein dafür, dass eine Betriebsnachfolge oft der Einstieg in
die Selbstständigkeit ist.
Über das Beispiel „Restaurant Görg“
„Wir wollten die kulinarische Vielfalt unserer Region erhalten
und das, was unsere Eltern aufgebaut haben, weiterschreiben. Die
Übergabe war ein behutsamer Prozess – Schritt für Schritt übernahmen
wir Verantwortung, bis wir 2024 offiziell die Leitung des Restaurants
hatten. Seitdem haben wir Küche und Gastraum modernisiert, einen
Chef’s Table integriert und die Terrasse zur ganzjährig nutzbaren
Veranda ausgebaut“, erzählen die Gastronomen Martin und Stefan Görg.
Eine große Hilfe war hier die Unterstützung von Seiten des Landes,
der Wirtschaftskammer Niederösterreich und durch die NÖBEG, die das
Unternehmen im Zuge der Betriebsnachfolge mit passenden
Finanzierungsinstrumenten begleitete. „Besonders wertvoll war hier
auch der objektive Blick von außen, der uns bei strategischen
Entscheidungen und Umbaumaßnahmen geholfen hat. „Unser Rat: Schritt
für Schritt vorgehen, Ziele gemeinsam verfolgen und offen für
Unterstützung bleiben.“