Wien (OTS) – Im Rahmen der 43. Sitzung der UNESCO-Generalkonferenz in
Samarkand (
Usbekistan) haben am 8. November 2025 alle 194 Mitgliedsstaaten
einstimmig die Gründung des neuen UNESCO Kategorie-II-Zentrums für
integrierte Flussforschung und -management (IC-Rivers) beschlossen.
Das Zentrum wird am Wasserbaulabor der BOKU University in Wien
angesiedelt und ist das erste seiner Art weltweit.

Mit dem neuen Zentrum übernimmt Österreich eine internationale
Vorreiterrolle in der Forschung zu großen Flusssystemen. IC-Rivers
wird künftig globale Bewertungen von bis zu 300 der bedeutendsten
Flüsse der Welt vornehmen, einheitliche wissenschaftliche Methoden
entwickeln und nachhaltige Lösungsansätze für den Umgang mit
Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Wassernutzung sowie
Extremereignissen wie Hochwasser und Dürre erarbeiten. Ziel ist es,
vergleichbare Daten und Empfehlungen bereitzustellen, die
Regierungen, Behörden und internationale Organisationen bei zentralen
Entscheidungen unterstützen. Auch für die österreichische Wirtschaft
entstehen neue Anknüpfungspunkte in einem weltweit wachsenden
Zukunftssektor.

Zwtl.: Breite Unterstützung in Österreich

Drei Bundesministerien – das Bundesministerium für Frauen,
Wissenschaft und Forschung (BMFWF), das Bundesministerium für Land-
und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK), das
Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten
(BMEIA) – sowie die Stadt Wien unterstützen IC-Rivers.

Barbara Weitgruber , Sektionschefin im BMFWF: „Die internationale
Forschung zum Thema Wasser ist zentral, um Prozesse besser zu
verstehen und Entscheidungsträger*innen bei nachhaltigen Lösungen zu
unterstützen.“

Monika Mörth , Sektionschefin im BMLUK: „In Zeiten von
Klimawandel und veränderten Landnutzungen ist nachhaltiges
Flussmanagement essenziell – für Sicherheit, Umwelt und Wirtschaft.“

Regina Rusz , Sektionschefin im BMEIA: „Wir sind stolz, dass Wien
als Schwerpunktstandort internationaler Organisationen zu Zukunfts-
und Nachhaltigkeitsthemen gestärkt wird. Österreich setzt sich für
gemeinsame Lösungen für grenzüberschreitende Herausforderungen ein.“

Wissenschaftskoordinator der Stadt Wien Franz Oberndorfer : „Das
neue Zentrum stärkt den UNO-Standort Wien und macht österreichische
Expertise weltweit sichtbar.“

BOKU-Rektorin Eva Schulev-Steindl : „Wir sind stolz, IC-Rivers an
der BOKU zu beherbergen und die Bedeutung der Wasserforschung
international weiter auszubauen.“

Helmut Habersack , Leiter des Wasserbaulabors und künftiger
Direktor von IC-Rivers: „IC-Rivers wird die nachhaltige Entwicklung
von Flüssen global vorantreiben – basierend auf Österreichs starker
Kompetenz in der Fließgewässerforschung.“

Zwtl.: Aufgaben und Ziele von IC-Rivers

– Die Weltinitiative für große Flüsse koordinieren und internationale
Treffen organisieren,

– regelmäßige globale Flusskonferenzen (nächste 2027 in Afrika)
koordinieren,

– Forschung und Flussmanagement enger verknüpfen und internationale
Flusskommissionen vernetzen,

– ein umfassendes Bewertungsprojekt für bis zu 300 große Flüsse
durchführen und einen globalen Statusbericht erstellen,

– ein Konzept für eine weltweite Beobachtungsstelle für große Flüsse
entwickeln,

– internationale Zusammenarbeit und Wissensaustausch fördern,

– Lehrangebote, Workshops, Austauschprogramme und
Informationsmaterialien bereitstellen, um Wissen über Flussforschung
breit zugänglich zu machen.

Mit IC-Rivers wird Österreich zu einem global sichtbaren Zentrum
wissenschaftlicher Exzellenz in der Flussforschung – und zu einem
aktiven Gestalter einer nachhaltigen Zukunft für die großen Flüsse
der Welt.