St. Pölten (OTS) – Die Gesundheitsregion Waldviertel nimmt weiter
Gestalt an. Nach
intensiver Konzeptionsarbeit wurden heute die ersten konkreten
Maßnahmen vorgestellt, mit denen das Pilotprojekt in die nächste
Phase gehen soll. Es informierte Landesrat Ludwig Schleritzko
gemeinsam mit „Tut gut“-Geschäftsführer Erwin Zeiler und
Universitätsprofessorin Doris Behrens bei einer Pressekonferenz an
der Universität für Weiterbildung in Krems. Dabei wurde auch über die
Notwendigkeit solcher Angebote in ganz Niederösterreich informiert.
„Wir stehen vor großen Herausforderungen im Gesundheitsbereich:
Die Bevölkerung wird älter, die medizinischen Anforderungen steigen,
das Personal wird aufgrund von Pensionierungen knapper und
gleichzeitig erwarten die Menschen zurecht die bestmögliche
Versorgung“, sagte der Landesrat, der auch betonte: „Mit dem
Pilotprojekt ‚Gesundheit.Region.Waldviertel‘ wollen wir als
Bundesland Niederösterreich wissenschaftlich begleitete Maßnahmen
ableiten, die uns helfen, genau diesen Herausforderungen
entgegenzuwirken.“
Seit Projektstart im November 2024 haben 56 Expertinnen und
Experten in über 40 Arbeitssitzungen mehr als 30 Maßnahmen
entwickelt. Die abgeleiteten Maßnahmen können acht zentralen
Handlungsfeldern zugeordnet werden von der Steigerung der
Gesundheitskompetenz über die bestmögliche Steuerung der Versorgung
bis zur gestärkten Zusammenarbeit aller Akteure im
Gesundheitsbereich. In einem nächsten Schritt sollen nun vier
Maßnahmen umgesetzt werden, informierte der Landesrat. Erstens werden
nach dem stationären Aufenthalt im Zentrum für Altersmedizin (ZAM) im
Klinikum Waidhofen an der Thaya die Patientinnen und Patienten
künftig zuhause in den eigenen vier Wänden von Community Nurses
begleitet. Ziel sei es, den Reha-Erfolg nachhaltig zu sichern,
Komplikationen zu vermeiden und einen Spitalsrückfall zu verhindern,
so der Landesrat. „Der Projektstart ist für Herbst 2025 vorgesehen“,
hielt er fest. Als zweite Maßnahme soll ein neues Schulungsformat mit
zehn Modulen die Eltern im ersten Lebensjahr ihres Kindes
unterstützen – mit Wissen zu Kinderkrankheiten, Babypflege, Impfungen
und mehr. So sollen Unsicherheiten abgebaut sowie stressige und teils
nicht notwendige Krankenhausaufenthalte für das Baby vermieden
werden. Der Start ist für Jänner 2026 am Landesklinikum Zwettl
geplant. Drittens ist ein regelmäßiger Austausch für Klinikärzte und
niedergelassene Ärztinnen und Ärzte unter dem Motto „gemeinsam statt
jeder für sich“ geplant. „Noch im Herbst 2025 wird eine
Auftaktveranstaltung stattfinden“, informierte Landesrat Schleritzko.
Viertens werden neben der Gesundheitsversorgung mit Hilfe von
„Tut gut“ auch die Themen Gesundheitsförderung und
Gesundheitskompetenz im Projekt verankert und Gesundheitsgemeinderäte
geschult. „Die Inhalte reichen dabei von der Struktur des
österreichischen Gesundheitssystems über wichtige Begriffserklärungen
bis hin zur Entwicklung konkreter Umsetzungsideen im kommunalen
Wirkungsbereich. Wir wollen, dass die Gesundheitsgemeinderäte die
ersten Ansprechpartner in der Gemeinde sind, wenn Fragen zur
Gesundheitsversorgung offen sind“, skizzierte „Tut gut“-
Geschäftsführer Erwin Zeiler.
Universitätsprofessor Doris Bohrens führte aus: „Um ein
realistisches, möglichst vollständiges Bild zu erhalten, wie
Patientinnen und Patienten eigentlich das Gesundheitssystem nutzen,
haben wir ganz bewusst verschiedene Perspektiven einbezogen. Wir
haben Interviews geführt, vier interdisziplinäre Workshops umgesetzt,
wissenschaftliche Literatur analysiert und die Ergebnisse in einer
thematischen Gesamtanalyse gebündelt. Die Ergebnisse sind jetzt
Grundlage dafür, um das Gesundheitssystem in der Pilotregion
Waldviertel noch besser zu gestalten.“
Weitere Informationen: Büro LR Schleritzko, Pressesprecher Jan
Teubl, MSc (WU), Telefon 0676/812 12345, E-Mail [email protected]