Wien (OTS) – Der Vorschlag von Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike
Königsberger-
Ludwig, die Zahl der Medizin-Studienplätze zu erhöhen und dazu
künftig jene angehenden Medizin-Student:innen bei der
Studienplatzvergabe zu bevorzugen, die sich verpflichten nach ihrer
Ausbildung mindestens fünf Jahre als Ärzt:innen zu arbeiten, wird vom
Österreichischen Seniorenrat grundsätzlich als „wichtiger und
notwendiger“ Schritt begrüßt.

Nur zwei Drittel bleiben

Derzeit arbeiten nur zwei Drittel der Medizin-Absolvent:innen
nach ihrem Abschluss tatsächlich als Ärzt:innen in Österreich. Die
anderen kehren entweder in ihre Heimatländer zurück oder ziehen in
Länder mit für sie attraktiveren Gehältern und Arbeitsbedingungen.
„Damit gehen unserem Gesundheitssystem wichtige und notwendige
Personal-Ressourcen verloren“, betonen die Präsidentinnen Birgit
Gerstorfer, MBA, (Pensionistenverband Österreichs) und LAbg. Ingrid
Korosec (Österreichischer Seniorenbund).

“Kassenverträge attraktivieren”

Der Seniorenrat plädiert weiters dafür, den Ärzteberuf einerseits
attraktiver zu gestalten, u.a. durch flexiblere,
familienfreundlichere Arbeitszeiten und mehr Ausbildungsstellen
direkt nach dem Studienabschluss – und gleichzeitig die Kassen-
Verträge wieder zu attraktivieren. „Mehr als 33 Prozent der derzeit
tätigen Ärzt:innen sind über 55 Jahre alt. Der Bedarf an Ärzt:innen
ist bereits jetzt groß und wird in den kommenden Jahren noch größer.
Um unser Gesundheitssystem zukunftssicher zu gestalten und einen
Ärztemangel zu verhindern, ist es notwendig Maßnahmen zu entwickeln,
damit junge Ärzt:innen in Österreich bleiben“, so Korosec und
Gerstorfer.

Wahlärzte ins Kassensystem einbinden

Es müsse aber auch gewährleistet werden, dass diese ärztlichen
Leistungen für alle Menschen wohnortnah und leistbar zur Verfügung
stehen, ohne finanzielle Hürden und ohne lange Wartezeiten. Daher ist
es notwendig, die Zahl der Kassenverträge zu erhöhen und die
Wahlärzte ins Kassensystem einzubinden. Der Österreichischen
Seniorenrat kann sich hier besondere Anreize/Unterstützungen für all
jene vorstellen, die eine Kassenarzt-Praxis eröffnen oder übernehmen
z.B. durch leichteren Zugang zu einer Hausapotheke.