Wien (OTS) – Der Entfall der Mehrwertsteuer auf Hygieneartikel sollte
Frauen
finanziell entlasten. Dass zahlreiche Unternehmen diese Entlastung
nicht oder nur unzureichend an die Konsumentinnen weitergeben, ist
nicht nur enttäuschend, sondern politisch inakzeptabel. „Wer eine
staatliche Maßnahme zur Bekämpfung von Periodenarmut dazu nutzt, die
eigenen Gewinnmargen zu erhöhen, handelt unsolidarisch und auf dem
Rücken von Frauen“, kritisiert Ruth Manninger, SPÖ
Bundesfrauengeschäftsführerin, und weiter: „Hygieneartikel sind keine
Luxusgüter, sondern Produkte der Grundversorgung. Tampons, Binden
oder Menstruationstassen sind keine Frage des Lebensstils, sondern
eine biologische Notwendigkeit. Wenn Unternehmen den steuerlichen
Vorteil einbehalten, wird der soziale Zweck der Maßnahme gezielt
unterlaufen.“ ****
Besonders problematisch sei, dass damit genau jene Menschen leer
ausgehen, für die diese Entlastung gedacht war: Frauen mit geringem
Einkommen, Alleinerzieherinnen, junge Mädchen und armutsgefährdete
Personen. „Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Schlag ins
Gesicht all jener, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen“, so
Manninger.
Die SPÖ Frauen fordern volle Transparenz bei der Preisgestaltung
von Hygieneartikeln und stärkere Eingriffs- und
Sanktionsmöglichkeiten für die Bundeswettbewerbsbehörde. (Schluss)
rm/lw