Wien (OTS) – Die jüngste Eskalation der Gewalt in Darfur hat zu einer
neuen großen
Fluchtbewegung geführt. Nach Angaben von World Vision wurden mehr als
22.600 Menschen neu vertrieben, rund zwei Drittel davon Kinder. Die
international tätige Hilfsorganisation registriert dabei eine
ungewöhnlich hohe Zahl unbegleiteter und von ihren Familien
getrennter Minderjähriger.
Ausgangspunkt der Flucht ist die umkämpfte Stadt El Fasher in
Nord-Darfur. Zehntausende Menschen suchten Schutz in abgelegenen
Gebieten von Süd-Darfur, vor allem in der Bergregion Jebel Marra.
Lokale Behörden berichten, dass rund 90 Prozent der neu angekommenen
Vertriebenen im Lager Fina Dar Omo aus El Fasher sowie aus den Lagern
Zamzam und Shangel stammen.
Erhebungssteams von World Vision identifizierten fast 200
unbegleitete Kinder, die ohne Eltern oder Betreuungspersonen im Lager
ankamen. Viele wurden während der Flucht durch aktive Kampfzonen von
ihren Familien getrennt. Die Lebensbedingungen im Lager gelten als
äußerst angespannt: Die Menschen leben in provisorischen, überfüllten
Unterkünften, der Zugang zu Trinkwasser, Nahrung und medizinischer
Versorgung ist stark eingeschränkt. Nur eine von acht lokalen
Gesundheitseinrichtungen ist aktuell funktionsfähig. Gleichzeitig
wurden in der Region über 1.100 Masernfälle gemeldet.
„Die hohe Zahl unbegleiteter Kinder ist ein klares Warnsignal“,
sagt Simon Mane, Landesdirektor von World Vision Sudan. „Diese Kinder
sind besonders gefährdet, wenn Schutz- und Versorgungsstrukturen
zusammenbrechen.“