St. Pölten (OTS) – Nach mehr als zwei Jahrzehnten Verhandlungen ist
auf EU-Ebene heute
ein entscheidender Durchbruch beim Mercosur-Handelsabkommen gelungen.
Die Vertreter der Mitgliedstaaten haben mehrheitlich grünes Licht für
die weitere Umsetzung des Abkommens gegeben und damit den Weg für die
formelle Unterzeichnung auf europäischer Ebene freigemacht. In einer
Phase zunehmender globaler Handelskonflikte und neuer Zölle ist
dieser Schritt für den Wirtschaftsbund Niederösterreich ein wichtiges
Signal für offenen Handel, stabile Lieferketten und neue
Exportchancen für heimische Betriebe.
„Gerade für eine exportorientierte Wirtschaft wie
Niederösterreich ist der Zugang zu neuen Märkten entscheidend. Das
Mercosur-Abkommen kann unseren Unternehmen helfen, zusätzliche
Exportmärkte zu nutzen und sich breiter aufzustellen Partnerschaften
und planbare Rahmenbedingungen sind heute ein echter Standortfaktor“,
betont WKNÖ Präsident WBNÖ Landesgruppenobmann Wolfgang Ecker.
Vor allem für Industrie, Maschinenbau, Umwelttechnologien und
viele Dienstleistungsbereiche entstehen durch den Abbau von Zöllen
neue wirtschaftliche Perspektiven. Gleichzeitig sieht der WBNÖ die
Notwendigkeit, die Auswirkungen auf besonders betroffene Branchen
verantwortungsvoll zu begleiten. Auch die Sorgen vieler
landwirtschaftlicher Betriebe sind ernst zu nehmen. Entscheidend ist
daher, dass die vorgesehen Schutzklauseln rasch greifen, wenn es zu
Marktverwerfungen kommt.
„Freihandel darf kein Einbahnstraßenprojekt sein. Wenn neue
Märkte geöffnet werden, müssen auch gleiche Ausgangsbedingungen für
alle gelten – insbesondere bei Produktionsstandards, Umweltauflagen
und Qualität. Importierte Produkte müssen denselben Anforderungen
entsprechen wie heimische Erzeugnisse. Nur so bleibt der Wettbewerb
fair“, sagt Abgeordneter zum Nationalrat WBNÖ Direktor Harald Servus.
Der WBNÖ betont, dass Handelsabkommen wie jenes mit den Mercosur-
Staaten auch geopolitisch an Bedeutung gewinnen. In einer zunehmend
unsicheren Weltwirtschaft braucht Europa verlässliche
Partnerschaften, um wirtschaftlich handlungsfähig zu sein und
langfristige Stabilität zu sichern. „In Zeiten, in denen andere auf
Abschottung setzen, braucht es Kooperation und klare Regeln.
Entscheidend ist, dass unsere Betriebe davon real profitieren und
dass niemand auf der Strecke bleibt“, halten Ecker und Servus fest.