Wien (OTS) – Aufgrund der massiven Kürzung der Landesförderung der
steirischen
Landesregierung war im vergangenen Jahr die Zukunft der
Antidiskriminierungsstelle in der Steiermark ungewiss. Durch das
Einspringen der Stadt Graz mit 85.000 Euro und der SPÖ Graz mit rund
80.000 Euro wurde der Bestand übergangsweise gesichert.
Nun wird die Antidiskriminierungsstelle (Fördernehmer:in:
„Helping Hands Graz – Verein für integrative und antirassistische
Projekte“) durch eine Förderung aus dem Sozialministerium weiterhin
und nachhaltig vor einer Schließung bewahrt: mit 490.000 Euro ist das
Projekt „Fight Hate“ bis Ende Oktober 2027 gesichert. Dabei handelt
es sich um eine „community-orientierte Präventionsarbeit gegen
Extremismus, Diskriminierung und Hass in Österreich“. Anlass waren
insbesondere die Hate crime Razzien, die ihren Ausgangspunkt in der
Steiermark nahmen und die Dimension des Hasses und der Gewalt gegen
die LGBTIQ+-Community sichtbar machten.
Das Projekt erfolgt daher in Kooperation mit RosaLila
PantherInnen und weiteren Partnerorganisationen bundesweit und
umfasst insbesondere die Beratung und das Empowerment von
Communities, die von Hass betroffen sind. Durchgeführt werden unter
anderem Workshops zu Themen wie der Erkennung von Extremismus,
Radikalisierungstendenzen und manipulativen Narrativen, dem Umgang
mit Hate speech und Hate crimes, digitale Medienkompetenz und
Zivilcourage sowie Stärkung der demokratischen Teilhabe und
Selbstschutz und kollektive Resilienz. Ziel ist die effektive
Unterstützung von Betroffenen sowie die Steigerung der Bereitschaft,
Vorfälle von Hass und Extremismus zu melden. Dies ist etwa über die
von der Antidiskriminierungsstelle entwickelte BanHate-App möglich,
einem Meldesystem für die Echtzeit-Identifizierung von Hate crimes
und Hasspostings.
„Hass, Diskriminierung und Extremismus gefährden den
gesellschaftlichen Zusammenhalt und untergraben die demokratischen
Grundlagen unseres Zusammenlebens. Gerade in Zeiten zunehmender
Polarisierung braucht es eine starke und verlässliche
Antidiskriminierungsarbeit. Mit der Förderung des Projekts „Fight
Hate“ sichert das Sozialministerium die Weiterführung der
Antidiskriminierungsstelle in der Steiermark und investiert gezielt
in Prävention, Aufklärung und den Schutz der Menschenwürde” , betont
Sozialministerin Korinna Schumann.
Staatssekretär Jörg Leichtfried ergänzt: „Hass und Hetze,
insbesondere aus extremistischen Strömungen, schädigen das soziale
Gefüge, untergraben das Vertrauen in Sicherheits- und
Rechtsinstitutionen, schwächen den gesellschaftlichen Zusammenhalt
und erzeugen Angst in den betroffenen Communities. Ihnen
entgegenzutreten ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung – die
weiterführende Finanzierung der Antidiskriminierungsstelle in der
Steiermark ist daher ein wichtiger Meilenstein im Kampf gegen
Extremismus und Hass.“
Mit den bisher gefundenen Lösungen seitens der Stadt Graz, der
SPÖ Graz und dem Sozialministerium ist der Mindestbetrieb bis Ende
2027 gesichert. So konnten Kündigungen abgewendet und die
Antidiskriminierungsstelle zumindest überbrückend weitergeführt
werden. Allerdings liegt die Verantwortung der dauerhaften
finanziellen Absicherung der Antidiskriminierungsstelle als wichtiges
Angebot für die Steiermark nach wie vor bei der Landesregierung.
Über das Projekt „Fight Hate“ (Auszug aus dem Projektantrag)
Das Projekt „Fight Hate: Community-orientierte Präventionsarbeit
gegen Extremismus, Diskriminierung und Hass in Österreich“ ist ein
partizipatives Präventions- und Empowerment-Projekt, das
gesellschaftlich benachteiligte Gruppen in Österreich – darunter
Menschen mit Migrationsgeschichte, Angehörige muslimischer und
jüdischer Gemeinschaften, LGBTIQ+-Personen, Menschen mit
Behinderungen, Senior:innen sowie von Obdachlosigkeit Betroffene – im
Umgang mit ideologischer Einflussnahme, Diskriminierung und Hass (
insbesondere online) stärkt. Durch Peer Support, lokale Trainings und
Engagement vor Ort wird Vertrauen aufgebaut, ein offener
Informationsaustausch gefördert und Handlungsfähigkeit gestärkt.
Im Zentrum der Maßnahmen stehen Präventionsstrategien (
Sensibilisierungs-Workshops in den Communities, um über die Gefahren
von Extremismus und Hate Speech aufzuklären), Community-Empowerment,
Beratung und Prävention, um insbesondere marginalisierte Gruppen zu
stärken und Hass, Diskriminierung sowie extremistischen Tendenzen
wirksam entgegenzuwirken. Durch praxisorientierte Workshops werden
Kompetenzen aufgebaut, Räume für Austausch geschaffen und die
kollektive Resilienz gestärkt.
Mit der BanHate-App wird ein innovatives Meldesystem
bereitgestellt, das Hate crimes und Hasspostings in Echtzeit erfasst
und eine umfassende Datenbasis für Muster- und Trendanalysen in
Zukunft liefert.
Rückfragen & Kontakt
Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und
Konsumentenschutz (BMASGPK)
E-Mail: [email protected]
Website: https://sozialministerium.gv.at
Staatssekretariat im Bundesministerium für Inneres
Sarah Bimingstorfer, MA
Telefon: +43 664 887 36714
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.bmi.gv.at