Wien (OTS) – Im Rahmen des ORF-Schwerpunkts zum Weltfrauentag
(Details unter
presse.ORF.at) präsentiert „dokFilm“ am Sonntag, dem 22. Februar
2026, um 23.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON erstmals die Produktion
„Miss-represented – Das Frauenbild im italienischen Fernsehen“.
Regisseur Robert Garzelli setzt sich darin mit der (Dar-)Stellung von
Frauen in Italiens Gesellschaft sowie deren zähem sozialen Wandel
auseinander. Anhand von Archivmaterial aus acht Jahrzehnten
beleuchtet er die Geschichte des Schönheitswettbewerbs „Miss Italia“
und die weibliche Repräsentation im italienischen Fernsehen – seit
dem ersten Fotowettbewerb „5.000 Lire für ein Lächeln“ im Jahr 1939
über Erfolgsgeschichten wie jene von Persönlichkeiten wie Sophia
Loren oder Gina Lollobrigida bis zur umstrittenen Wahl von Denny
Mendez zur ersten nicht weißen „Miss Italia“ im Jahr 1996, die das
Land auch bei „Miss Universe“ vertrat. Aus heutiger Sicht mag die –
einst vorwiegend dekorative – Rolle der Frauen in TV-
Unterhaltungsshows schockieren und doch sind die anachronistischen
Aussagen und Einstellungen Teil des kollektiven Gedächtnisses, nicht
nur in Italien.
Mehr zum Inhalt:
Acht Jahrzehnte lang galt der „Miss Italy“-Wettbewerb als
ernstzunehmende Angelegenheit, sorgte er doch für hohe
Einschaltquoten, aber auch Kontroversen, war Sprungbrett für große
Karrieren oder maßgebend für neue Modetrends – vor allem aber stand
er für ein konstant bleibendes Frauenbild in einer Gesellschaft
voller Widersprüche. Filmemacher Robert Garzelli untersucht mit einem
Hauch von Ironie und großer Genauigkeit, unterstützt durch filmisches
Archivmaterial, die Entwicklung von Schönheitsidealen. Er beschäftigt
sich auch mit den üppigen weiblichen Formen der 1940er Jahre bis zur
Repräsentation der TV-Showgirls, die als hübsche, schweigsame
Dekorationen in Quizshows und Unterhaltungsprogrammen erschienen.
Die Dokumentation thematisiert, wie sich gesellschaftliche Normen und
das Verständnis von Weiblichkeit mit dem Schönheitswettbewerb
verändert haben, insbesondere angesichts der Kritik, die aufgrund der
feministischen Bewegungen der 1970er Jahre lauter wurde.
Die umstrittene Wahl des dominikanisch-italienischen Models Denny
Mendez markiert einen Wendepunkt in der Geschichte des Wettbewerbs
und demonstriert die anhaltende Beliebtheit und Relevanz von „Miss
Italia“, insbesondere im Jahr 1996, als die RAI den Wettbewerb wieder
übernahm und Rekordeinschaltquoten verzeichnete. Der Film erzählt
eine faszinierende gesellschaftliche Geschichte des modernen Italiens
und beleuchtet das Bild der Frau in einer sich ständig wandelnden
Medienlandschaft.