Wie man sich bettet, so liegt man: Guter Schlaf ist der Garant für einen guten Tag. Oder anders ausgedrückt: Wer nicht ausreichend schläft, der ist selbst an seiner schlechten Laune schuld, an Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, Kopfweh und allen weiteren negativen Folgen. Guter Schlaf ist nur mit dem richtigen Bett möglich. Diese Erkenntnis hat sich in den letzten Jahren durchgesetzt. Als perfekter Schlafplatz gilt das Zirbenbett. Aber warum bloß?

Handwerkskunst aus Österreich

Nicht überall im deutschsprachigen Raum sind Zirbenbetten gleichermaßen bekannt. Vor allem in Österreich, im Süddeutschen Raum und in Teilen der Schweiz sind Raumausstattungen aus Zirbe traditionell beliebt. Denn hier wächst der widerstandsfähige Nadelbaum. Da verwundert es dann auch nicht, dass ausgerechnet österreichische Handwerksbetriebe Zirbenholz verwenden, um daraus Schlafzimmermöbel zu fertigen. Ein Betrieb, der das auf eine ganz besondere Art tut, ist Die Køje.

Die Manufaktur mit ihrem Zirbenbett aus Österreich zeichnet sich durch drei Besonderheiten aus: Erstens werden betriebsintern entwickelte Steckverbindungen genutzt, um die Schlafstätten aus Zirbenholz zusammenzubauen. Zweitens schafft es dieser Hersteller, das Zirbenbett komplett astfrei erscheinen zu lassen, ohne Holz auszusortieren. Und drittens wirbt Die Køje damit, kein Holz wegzuwerfen. Wie schaffen die das bloß?

Nachhaltige Fertigung mit lokalen Rohstoffen

Die Zirbenbetten von Die Køje entstehen da, wo die Zirben wachsen und das Holz verfügbar ist. Vor Ort werden die Latten vorsortiert: Für das sogenannten astfreie Bett kommen nur Latten in Frage, die auf einer Seite keine Äste zeigen. Nur auf einer Seite? Richtig – und genau das ist das Geheimnis des astfreien Zirbenbetts – es ist nicht astfrei. Die Seite der Latten, die Astansätze zeigen, werden nach innen gedreht. Dadurch können wirklich alle Teile verwendet werden, es fällt kein Abfall an, und das trotz des extrem ruhigen, astfreien Designs der Betten.

Aber Die Køje macht noch mehr. Es gibt auch die Betten, die Äste zeigen. Hier kommen die Holzstücke zum Einsatz, die auf beiden Seiten Astansätze zeigen. Das Erscheinungsbild dieser Zirbenbetten ist ungleich lebhafter und interessanter. Da die Betten immer noch sehr schlicht und kantig geformt sind, ergibt sich mit den unregelmäßigen, runden Ästen im Holz ein interessanter Kontrast.

Und sogar für die Endstücke, die abgeschnittenen Holzreste und alle kurzen Latten hat Die Køje eine Lösung gefunden: Das dritte Design der Zirbenbetten nennt sich “keilgezinkt”. Hier setzen die fähigen Handwerker alle Reste und kurzen Latten über eine Keilzinkung zu einem lebhaften Muster zusammen. Trotzdem wirken die Betten mit ihren fast wie Parkett gestalteten Oberflächen ruhiger als die “astigen” Betten.

Ausgezeichnetes Design aus dem Alpenraum – Zirbenbetten sind in den letzten Jahren wieder in Mode gekommen. Allerdings verarbeiten nur wenige Betriebe die im Alpenraum heimischen Nadelhölzer so effektiv und schön wie Die Køje. Und das ist auch schon aufgefallen, denn der Betrieb ist für Design und Nachhaltigkeit mehrfach ausgezeichnet worden. Auch die traditionelle, aus Zirbenholz bestehende Kinderwiege gibt es hier wieder.

Holz kommt vom Baum – Bettendesign muss also vom Baum ausgehen

Dass knarzende und quietschende Metallbetten einem gesunden Schlaf nicht dienlich sind, dürfte klar sein. Deshalb verzichten heute viele Bettenmanufakturen sogar ganz auf Metall in der Herstellung der Schlafstatt. Denn wo Metall und Holz aufeinandertreffen, kommt es zu Reibungen und den einhergehenden Geräuschen, es kommt zu Belastungen und irgendwann zu Materialbruch.

Das Holz der Zirbe verströmt einen angenehmen Duft und wirkt beruhigend. Stress und Störfaktoren werden also vom Material des Bettes schon eliminiert. Und das führt zu einem erholsamen Schlaf. Wie erholsam der Schlaf im Zirbenbett wird, haben Wissenschaftler genauer untersucht. Der natürliche und ruhige Schlaf unter dem Einfluss des Zirbenduftes ist so tief, dass sich der Herzschlag verlangsamt. Bis zu 3.500 Herzschläge weniger werden pro Nacht nötig, der Herzmuskel kann sich also auch erholen.

Wenn zwei Menschen ein Bett teilen, geht das nicht ohne Streitigkeiten vonstatten. Decke hier und Kissen da, unruhige Träume und mehr, und schon rauben sich die aktiven Schläfer gegenseitig den Schlaf. Zirbenholz beruhigt durch seinen natürlichen Duft – der tiefenentspannte Schlaf fällt ruhiger aus und ist damit auch für die Co-Schläfer ruhiger. Abgesehen davon enthält Zirbenholz Pinosylvin. Pilze, Bakterien und Motten vertragen diese Chemikalie allerdings nicht so gut. Wissenschaftliche Studien aus dem Jahr 2003 wollen zudem herausgefunden haben, dass das Zirbenholz den Kreislauf auch bei Veränderungen des Luftdrucks stabil hält, Wetterfühligkeit also reduziert.