In der industriellen Fertigung verlaufen Prozesse zunehmend automatisiert. Jedoch verbleiben Aufgaben, die menschliche Erfahrung und Flexibilität erfordern. Um die Mitarbeiter dennoch zu unterstützen und zu entlasten, kommen kollaborierende Roboter zum Einsatz.

Was zeichnet kollaborative Roboter aus?

Im Gegensatz zum früheren Einsatz von Robotern, findet mit einem Cobot keine räumliche Trennung menschlicher und „nicht-menschlicher“ Arbeitskraft statt. Bei der Mensch-Roboter-Kollaboration arbeiten Mensch und Roboter an denselben Komponenten. Das funktioniert mit speziellen Leichtbaurobotern. Im Gegensatz zu Industrierobotern sind diese nicht auf eine einzige Aufgabe spezialisiert. Sie agieren als „Allrounder“, um verschiedene Anwendungsgebiete abzudecken.

In der Funktionsweise und Form ähneln kollaborierende Roboter einem menschlichen Arm. Sie brauchen im Vergleich zu anderen Roboterarten wenig Platz.

Aufgrund der gelenkigen Bauweise trumpfen sie mit vielseitiger Leistung auf. Hauptsächlich übernehmen sie monotone Aufgaben, die sich wiederholen. Diese Tätigkeiten langweilen menschliche Arbeitskräfte auf Dauer und führen zu einer schnellen Ermüdung. Daraus folgen:

  • Unachtsamkeit,
  • Fehler und
  • Sicherheitsrisiken.

Indem die Cobots Menschen repetitive Aufgaben, die Präzision erfordern, abnehmen, tragen sie zu einer mentalen Entlastung bei. Für Unternehmen bedeuten sie eine verbesserte Sicherheit und Wirtschaftlichkeit. Sie senken in der Produktion die Fehlerquote und die Anzahl von Ausschuss.

Arbeiten Mensch und Roboter zusammen, bedarf es spezieller Sicherheitsmaßnahmen. Dazu gehört die Einstellung der maximalen Kraft, die ein Cobot bei Kontakt mit einem menschlichen Mitarbeiter anwenden darf. Menschen und andere Hindernisse erkennt die Mehrzahl dieser Roboter mit Ultraschallsensoren oder Radartechnik. Alternativ besitzen die kollaborierenden Roboter eine berührungsempfindliche Oberfläche.

Welche Vorteile bringen Cobots?

Die Automatisierung nimmt auf die Zukunft der Produktion Einfluss. Wie das geschieht, erforscht eine im Oktober 2021 veröffentlichte Studie. Laut ihr gehört der Einsatz von Mensch-Roboter-Kollaboration zu den vier wichtigsten Trends, um Entwicklungen wie demographischem Wandel und zunehmender Individualisierung zu begegnen. Durch diese Automatisierung gelingt es, Produktionsprozesse hinsichtlich

  • Flexibilität,
  • Wirtschaftlichkeit und
  • Nachhaltigkeit

zu optimieren. Ebenso bildet sie die Grundlage für kurze und stabile Lieferketten. Dabei stellen kollaborative Roboter keinen Ersatz für menschliche Arbeitskräfte dar. Mensch und Maschine teilen sich einen Arbeitsraum, in dem sie ihrer Tätigkeit gemeinsam nachgehen. In der Industrie 4.0 vereinen sich Erfahrung und Urteilsvermögen menschlicher Arbeitskräfte mit Genauigkeit und Kraft der Roboter.

Eine breite Auswahl von Cobots bietet das Unternehmen Universal Robots an. Dieses macht es sich seit 2005 zur Aufgabe, mit der Robotik neue Grenzen zu überschreiten und Arbeitsprozesse auf die Weise zu revolutionieren. In Dänemark von drei Studenten gegründet, stellte Universal Robots als erstes Unternehmen weltweit kommerziell nutzbare kollaborierende Roboter her.

Neben der Ausdauer der Cobots zeigt sich bei ihnen ein weiterer Vorteil. Bei Bedarf liefern sie Unternehmen, die sie verwenden, große Datenmengen. Deren Integration in Big-Data-Anwendungen hilft dabei, Fertigungsprozesse zu optimieren und effizienter zu gestalten. Daraus ergibt sich die Chance auf mehr Produktionskapazität und höheren Umsatz.