Stellen Sie sich vor: Über 8.400 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Niederösterreich stehen bis 2029 vor einem entscheidenden Wendepunkt. Der Generationenwechsel droht, und mit ihm hängen rund 107.000 Arbeitsplätze am seidenen Faden. Doch keine Panik! Die Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) und die Landesregierung unter der Führung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner haben einen Plan, um den Wirtschaftsstandort zu stärken.
Ein Generationenwechsel mit weitreichenden Folgen
Die Betriebsnachfolge ist mehr als nur ein Wechsel der Geschäftsführung. Sie ist ein Prozess, der tief in die wirtschaftlichen Strukturen eingreift. Jeder erfolgreiche Übergang bedeutet nicht nur die Fortführung eines Unternehmens, sondern auch die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Kontinuität regionaler Wertschöpfung. Ein Beispiel für eine gelungene Übergabe ist das Restaurant Görg in Katzelsdorf, wo die Seniorchefs Gerti und Karl Görg Ende 2023 das Zepter an ihre Söhne Stefan und Martin übergaben.
„Eine erfolgreiche Übergabe sichert Know-how, Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung – genau das, was Niederösterreich für wirtschaftliche Stärke und Zukunftsfähigkeit braucht“, betont Mikl-Leitner. Diese Aussage unterstreicht die Bedeutung einer strategischen Planung und Unterstützung durch die Landesregierung und die WKNÖ.
Warum die Betriebsnachfolge entscheidend ist
Die Betriebsnachfolge ist ein zentrales Thema für die Wirtschaft in Niederösterreich. Mehr als 60 Prozent der Nachfolgerinnen und Nachfolger steigern nach einer Übergabe den Umsatz und schaffen zusätzliche Arbeitsplätze. Dies zeigt, dass eine gut geplante Nachfolge nicht nur Stabilität, sondern auch Wachstum bringt.
Besonders erfolgreich sind Übernahmen durch langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie kennen den Betrieb, die Kundinnen und Kunden sowie die Abläufe genau. Doch in vielen Fällen bedeutet die Übernahme auch den Einstieg ins Unternehmertum für Neo-Unternehmerinnen und -Unternehmer. „Wir wollen diese gezielt auf die neue Aufgabe vorbereiten“, so Mikl-Leitner.
Unterstützung durch die Wirtschaftskammer NÖ und die NÖBEG
Die Wirtschaftskammer Niederösterreich bietet umfassende Unterstützung für Unternehmerinnen und Unternehmer, die eine Betriebsnachfolge planen. Mit maßgeschneiderten Services – von Finanzierung über strategische Planung bis hin zu praktischen Lösungen – begleitet die WKNÖ die Betriebe durch den gesamten Prozess.
Pro Jahr werden rund 400 umfassende Beratungen angeboten, und die Online-Nachfolgebörse listet über 1.000 Inserate. Veranstaltungen wie „Nachfolge+“ oder das Forum Betriebsnachfolge vermitteln praxisnahes Wissen. Ergänzend dazu bietet die NÖ Bürgschaften und Beteiligungen GmbH (NÖBEG) individuelle Finanzierungslösungen an.
Erleichterungen und Forderungen der Wirtschaftskammer
Die Wirtschaftskammer NÖ fordert weitere Erleichterungen, um den Prozess der Betriebsnachfolge zu vereinfachen. Dazu gehören ein höherer Freibetrag bei Veräußerungsgewinnen von 7.300 auf 45.000 Euro, ein Sondersteuersatz von 20 Prozent für Betriebsverkäufe und einfachere steuerliche Regelungen. Zudem soll das Bewusstsein dafür gestärkt werden, dass eine Betriebsnachfolge oft der Einstieg in die Selbstständigkeit ist.
Das Beispiel Restaurant Görg: Ein Vorzeigemodell
Das Restaurant Görg in Katzelsdorf ist ein Paradebeispiel dafür, wie eine Betriebsnachfolge erfolgreich gestaltet werden kann. „Wir wollten die kulinarische Vielfalt unserer Region erhalten und das, was unsere Eltern aufgebaut haben, weiterschreiben“, erzählen die neuen Betreiber Martin und Stefan Görg.
Der Übergabeprozess war behutsam und schrittweise. Seit der offiziellen Übernahme im Jahr 2024 haben die Brüder das Restaurant modernisiert, einen Chef’s Table integriert und die Terrasse zur ganzjährig nutzbaren Veranda ausgebaut. Die Unterstützung von Seiten des Landes, der Wirtschaftskammer Niederösterreich und der NÖBEG war hierbei von unschätzbarem Wert.
Ein Blick in die Zukunft der Betriebsnachfolge
Der Generationenwechsel in Niederösterreich birgt große Chancen. Mit der richtigen Unterstützung und Planung kann er nicht nur zur Sicherung von Arbeitsplätzen, sondern auch zur Stärkung der regionalen Wirtschaft beitragen. Die Wirtschaftskammer NÖ und die Landesregierung sind sich der Bedeutung dieses Prozesses bewusst und setzen alles daran, die Rahmenbedingungen zu verbessern.
„Unser Rat: Schritt für Schritt vorgehen, Ziele gemeinsam verfolgen und offen für Unterstützung bleiben“, so die Brüder Görg. Diese Strategie könnte auch für andere Unternehmen der Schlüssel zum Erfolg sein.
Fazit: Eine starke Wirtschaft durch erfolgreiche Betriebsnachfolge
Die Betriebsnachfolge ist eine Herausforderung, aber auch eine große Chance für Niederösterreich. Mit der richtigen Unterstützung und Planung kann sie zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts beitragen und die Zukunftsfähigkeit der Region sichern. Die Wirtschaftskammer NÖ und die Landesregierung sind entschlossen, diesen Prozess aktiv zu gestalten und die notwendigen Erleichterungen zu schaffen.
Für mehr Informationen besuchen Sie bitte die offizielle Pressemitteilung der Wirtschaftskammer NÖ.