St. Pölten – Der Sommer 2025 wird in die Geschichte eingehen als die Saison, die wortwörtlich ins Wasser fiel. Die rund 140 Bäderbetriebe in Niederösterreich ziehen eine bittere Bilanz. Ein Rückgang bei Besuchern und Umsatz von durchschnittlich 20 Prozent hat die Betreiber hart getroffen. Was bedeutet das für die Zukunft der Badeparadiese und ihre Besucher?
Verregneter Sommer sorgt für leere Becken
Der Start in die Badesaison war noch vielversprechend, doch dann zogen dunkle Wolken auf. Das Wetter im Mai und Juli ließ kaum Sonnenstrahlen durch, was die Besucherzahlen dramatisch einbrechen ließ. Harald Gölles, Sprecher der Bäderbetriebe in der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ), erklärt: „In einigen Bädern sank die Zahl der Gäste um bis zu 44 Prozent, im Durchschnitt liegt der Rückgang bei rund 20 Prozent.“
Ein Blick auf die Zahlen
Betrachten wir das Beispiel Ternitz: Im Mai verzeichnete das Bad einen Rückgang von 42 Prozent. Im Juni konnte ein überraschendes Plus von 151 Prozent gefeiert werden, nur um im Juli wieder um 56 Prozent abzurutschen. Solche Schwankungen machen es den Betreibern schwer, verlässliche Prognosen zu erstellen und wirtschaftlich zu planen.
Preisanpassungen als Rettungsanker?
Um den finanziellen Einbußen entgegenzuwirken, haben viele Betriebe die Preise zwischen fünf und 25 Prozent angehoben. Gölles betont: „Wir sprechen hier von Erhöhungen im Cent- bzw. niederen Eurobereich. Unterm Strich ist und bleibt der Bäderbesuch für alle leistbar.“ Doch wie reagieren die Besucher auf diese Preisanpassungen?
Der Einfluss auf die Badegäste
Für viele Familien sind Schwimmbäder eine wichtige Freizeitmöglichkeit. Die Preisanpassungen könnten jedoch dazu führen, dass der ein oder andere Besuch überdacht wird. Ein fiktiver Experte, Dr. Thomas Sommer, meint: „In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit könnte eine Erhöhung der Eintrittspreise dazu führen, dass weniger Menschen die Bäder besuchen, was den Betrieben letztlich noch mehr schadet.“
Herausforderungen: Energiekosten und Personalmangel
Nicht nur das Wetter macht den Bädern zu schaffen. Auch hohe Energiekosten und ein akuter Personalmangel belasten die Betreiber. Während einige Bäder Photovoltaikanlagen installiert haben, um Energiekosten zu senken, bleibt die Suche nach qualifiziertem Personal eine Herausforderung.
Warum Personal so wichtig ist
Schwimmbäder sind mehr als nur Freizeitstätten – sie sind wichtige Orte für Schwimmausbildung, Gesundheitsförderung und soziale Teilhabe. Ohne ausreichend qualifiziertes Personal kann die Sicherheit der Badegäste nicht gewährleistet werden. Gölles betont: „Es wird zunehmend schwieriger, Personal zu finden, vor allem ausgebildetes Aufsichtspersonal.“
Kreative Lösungen sind gefragt
Um die Zukunft der Bäder zu sichern, sind kreative Konzepte notwendig. Interkommunale Kooperationen, wie das Regionalbad in Gänserndorf, könnten ein Modell für die Zukunft sein. Hier werden die Kosten auf mehrere Gemeinden verteilt, was die finanzielle Last für die einzelnen Betreiber reduziert.
Ein Blick über die Grenzen
Auch in anderen Bundesländern kämpfen Bäder mit ähnlichen Problemen. In der Steiermark beispielsweise wurden bereits einige Bäder geschlossen, weil die Betriebskosten zu hoch wurden. Niederösterreich könnte sich hier ein Beispiel an erfolgreichen Modellen nehmen, um die Schließung weiterer Bäder zu verhindern.
Ein Hoffnungsschimmer am Horizont
Der Großteil der Bäder schließt mit Schulbeginn, doch einige Betreiber hoffen auf einen schönen Herbst, der die Bilanz etwas aufbessern könnte. Ein sonniger September könnte die Besucherzahlen noch einmal in die Höhe treiben und den Bädern einen versöhnlichen Abschluss der Saison bescheren.
Die Rolle der Politik
Die Erhaltung der Bäder sollte als öffentliche Aufgabe verstanden werden. Es braucht politischen Willen und finanzielle Unterstützung, um diese wichtigen Einrichtungen zu erhalten. Gölles sieht die Politik in der Pflicht: „Mit gemeinsamem politischem Willen und der nötigen finanziellen Unterstützung ist der Erhalt vieler Bäder möglich – und sinnvoll.“
Ein Blick in die Zukunft
Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Wie wird sich das Wetter entwickeln? Werden die Besucher bereit sein, die erhöhten Preise zu zahlen? Und wird die Politik die nötigen Schritte unternehmen, um die Bäder zu unterstützen? Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt, doch eines ist sicher: Die Bäder sind ein unverzichtbarer Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens und müssen erhalten werden.
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