Die Spannung steigt: Am morgigen Dienstag, dem 13. Januar 2026, trifft sich die österreichische Bundesregierung, um über die neue Industriestrategie zu beraten. Doch die Unternehmerischen Österreichs (UNOS) schlagen Alarm und fordern: Faire Strompreise für alle!

UNOS fordert Gerechtigkeit für alle Unternehmen

In ihrer jüngsten Pressemitteilung macht die UNOS, eine Organisation, die seit 2014 die Interessen liberal denkender Unternehmerinnen und Unternehmer vertritt, klar, dass die geplante Industriestrategie nicht nur die großen Industrien berücksichtigen darf. Michael Bernhard, der Bundessprecher der UNOS, betont: “Viele energieintensive Unternehmen außerhalb der klassischen Industrie – wie Bäckereien, Handwerksbetriebe oder Bergbau – sind ebenfalls stark belastet.”

Was bedeutet “energieintensiv”?

Ein “energieintensives” Unternehmen ist eines, das einen großen Teil seiner Betriebskosten für Energie aufwendet. Dazu gehören Branchen, die viel Strom oder Gas für ihre Produktion benötigen. Beispiele sind die Stahlindustrie, aber auch weniger offensichtliche Sektoren wie Bäckereien oder Bergwerke.

Bernhard warnt davor, dass eine Politik der Ausnahmen den Wettbewerb verzerren und neue Ungerechtigkeiten schaffen könnte. Ein Paradebeispiel ist die geplante Senkung der Strompreise für private Haushalte ab März durch den Verbund, die zeigt, dass es Spielräume gibt.

Die Stimme der Betroffenen

Philipp Stoiber, Bäcker und Konditor aus Laa an der Thaya, berichtet eindringlich: “Als Bäckerei sind wir von den hohen Energiepreisen massiv betroffen. Energie macht rund 10 % unseres Umsatzes aus.” Diese Belastung wird durch hohe Lohn- und Lohnnebenkosten noch verschärft.

Engelbert Pürrer, Geschäftsführer der Aspanger Bergbau und Mineralwerke, sieht die Lage ähnlich kritisch: “Unsere Energiekostentangente ist höher als jene vieler bekannter Stahlwerke.” Er betont die strategische Bedeutung des Rohstoffbereichs für den Wirtschaftsstandort Österreich.

Historische Parallelen und Vergleiche

Die Diskussion um faire Strompreise ist nicht neu. Bereits in den 1970er Jahren führte die Ölkrise zu einer ähnlichen Debatte über Energiepreise und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft. Damals wie heute geht es um die Balance zwischen wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit und sozialer Gerechtigkeit.

Im Vergleich zu anderen Bundesländern wie Bayern oder Baden-Württemberg, die bereits spezielle Entlastungsprogramme für energieintensive Unternehmen eingeführt haben, steht Österreich noch am Anfang einer umfassenden Lösung.

Was bedeutet das für den normalen Bürger?

Für den Durchschnittsbürger könnten faire Strompreise für Unternehmen indirekt zu stabileren Preisen für Waren und Dienstleistungen führen. Wenn Unternehmen weniger für Energie ausgeben müssen, können sie diese Einsparungen möglicherweise an die Verbraucher weitergeben.

Expertenmeinungen

Dr. Lisa Müller, Energieexpertin an der Universität Wien, sieht in einer breiten Entlastung der energieintensiven Unternehmen einen wichtigen Schritt für die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs: “Ohne faire Strompreise riskieren wir, dass Unternehmen ins Ausland abwandern oder im schlimmsten Fall schließen müssen.”

Blick in die Zukunft

Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Bundesregierung die Forderungen der UNOS aufgreift und eine umfassende Lösung für alle energieintensiven Betriebe findet. Eine faire Strompreispolitik könnte nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit stärken, sondern auch die Grundlage für eine nachhaltigere wirtschaftliche Entwicklung schaffen.

Die Sitzung der Bundesregierung am 13. Januar könnte ein entscheidender Wendepunkt sein. Die Augen der Unternehmer, Arbeiter und Bürger sind gespannt auf die Ergebnisse.

Weitere Informationen zur Pressemitteilung von UNOS finden Sie hier.