Am 13. Juni 2025 ereignete sich ein bedeutender Führungswechsel in der österreichischen Nichteisenmetallindustrie. Alfred Hintringer, der seit 2015 als Obmann des Fachverbandes der Nichteisenmetallindustrie der Wirtschaftskammer Österreich tätig war, übergab sein Amt an seine bisherige Stellvertreterin, Gabriele Punz-Praxmarer. Dieser Wechsel markiert nicht nur das Ende einer Ära, sondern auch den Beginn einer neuen Phase für eine der Schlüsselindustrien des Landes.

Wer ist Gabriele Punz-Praxmarer?

Gabriele Punz-Praxmarer ist keine Unbekannte in der Branche. Die studierte Rechtswissenschaftlerin begann ihre Karriere in der Wirtschaftsprüfung bei KPMG, bevor sie 2011 zur Finanzvorständin der Montanwerke Brixlegg AG aufstieg. Dort hat sie nicht nur die Finanz- und Personalagenden verantwortet, sondern auch IT-Prozesse und Nachhaltigkeitsstrategien vorangetrieben. Ihre Expertise in der Steuerung von Upcycling-Prozessen macht sie zu einer idealen Besetzung für die Zukunft der Nichteisenmetallindustrie.

Historische Bedeutung der Nichteisenmetallindustrie

Nichteisenmetalle wie Kupfer und Aluminium sind unverzichtbare Rohstoffe für viele Industriezweige. Sie spielen eine entscheidende Rolle in der Energiewende, da sie für die Produktion von erneuerbaren Energien und Elektromobilität unerlässlich sind. Die Branche hat in Österreich und auf EU-Ebene unter der Führung von Alfred Hintringer an Bedeutung gewonnen. Er baute ein starkes Netzwerk in Brüssel auf und förderte den Dialog mit europäischen Partnern.

Die Herausforderungen der Branche

  • Hohe Lohnstückkosten: Österreichs Arbeitskosten pro Stunde liegen deutlich über dem EU-Durchschnitt. Dies stellt eine Herausforderung für die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie dar.
  • Energiepreise und Dekarbonisierungskosten: Die Bundesregierung hat für 2025 und 2026 eine indirekte Strompreiskompensation von insgesamt 150 Millionen Euro angekündigt. Diese Maßnahme ist jedoch befristet und muss bis 2030 verlängert werden, um die Planungssicherheit zu gewährleisten.
  • Bürokratischer Aufwand: Verwaltungs- und Meldepflichten binden in vielen Betrieben Fachkräfte und bremsen Innovationen.
  • Wettbewerbsfähigkeit und Investitionen: Um den Wirtschaftsstandort zu stärken, müssen sowohl nationale als auch internationale Investoren Planungssicherheit haben.

Die Rolle von Alfred Hintringer

Alfred Hintringer hat in den letzten zwei Jahrzehnten die Nichteisenmetallbranche in Österreich maßgeblich geprägt. Als stellvertretender Verhandlungsleiter der Metaller-Kollektivvertragsverhandlungen setzte er sich für faire Löhne und Arbeitsbedingungen ein. Sein strategisches Geschick und sein internationales Netzwerk haben der Branche sowohl national als auch europäisch Gehör verschafft.

Zukunftsaussichten unter Punz-Praxmarer

Mit Gabriele Punz-Praxmarer an der Spitze wird erwartet, dass die erfolgreiche Arbeit fortgesetzt und neue Impulse gesetzt werden. Sie plant, den Fokus auf die Reduzierung der hohen Lohnstückkosten und die Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit zu legen. Ihre Erfahrungen in der Nachhaltigkeitsstrategie könnten entscheidend sein, um die Branche zukunftssicher zu machen.

Was bedeutet der Wechsel für die Bürger?

Die Nichteisenmetallindustrie ist eine Schlüsselindustrie für die wirtschaftliche Stabilität und den Fortschritt in Österreich. Ein starker Verband kann Innovationen fördern und die Wettbewerbsfähigkeit auf internationaler Ebene sichern. Bürger könnten von stabileren Energiepreisen und einer nachhaltigen Industriepolitik profitieren, die Arbeitsplätze sichert und die Umwelt schützt.

Expertenmeinungen

Roman Stiftner, Geschäftsführer des Fachverbandes, lobte Hintringers Beitrag: „Unter Alfred Hintringers Führung hat unsere Branche auf nationaler und europäischer Ebene Gehör gefunden. Sein Geschick in den Kollektivvertragsverhandlungen und sein internationales Netzwerk sind unvergleichlich.“

Ein weiterer Experte, der nicht namentlich genannt werden möchte, betonte: „Die Herausforderungen der Energiepreise und der Dekarbonisierung sind gewaltig, aber mit Punz-Praxmarer haben wir eine Führungskraft, die diese Themen mit Entschlossenheit angehen wird.“

Der Blick in die Zukunft

Die Zukunft der Nichteisenmetallindustrie in Österreich hängt stark von politischen Entscheidungen ab. Die Branche ist auf eine verlässliche Energie- und Rohstoffpolitik angewiesen, um die Abhängigkeit von Drittstaaten wie China zu reduzieren. Die Verlängerung der Strompreiskompensation bis 2030 ist eine der zentralen Forderungen, um die energieintensive Produktion aufrechtzuerhalten und Investitionen in CO₂-arme Anlagen zu sichern.

Der Wechsel an der Spitze des Fachverbandes ist nicht nur ein personeller, sondern auch ein strategischer Schritt, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Mit einer starken Führung und klaren Zielen könnte die Nichteisenmetallindustrie weiterhin ein Motor für die österreichische Wirtschaft sein.